Kreis Düren: CDU Kreis Düren-Jülich: Thomas Rachel als Vorsitzender bestätigt

Kreis Düren: CDU Kreis Düren-Jülich: Thomas Rachel als Vorsitzender bestätigt

Parteitage der CDU sind nicht gerade für kontroverse Debatten bekannt. Sie sollen Harmonie und Zuversicht ausstrahlen. Kampfabstimmungen wie bei anderen Parteien sind die absolute Ausnahme, vor allem, wenn es um die Wahl des Spitzenpersonals geht.

Das war am Freitagabend beim 37. Kreisparteitag der CDU Düren-Jülich nicht anders und durfte angesichts der Wahlerfolge im Jahr 2017 auch nicht erwartet werden. Nicht nur, dass die Kreis-CDU mit Dr. Patricia Peill und Dr. Ralf Nolten wieder souverän beide Landtagswahlkreise gewinnen konnte, auch Thomas Rachel holte trotz erheblicher Verluste im Zuge des Bundestrends zum vierten Mal in Folge mit deutlichem Vorsprung das Direktmandat für den Bundestag.

Am Ende stimmten 106 Delegierte für den Dürener, sieben gegen ihn, bei zwei Enthaltungen. Das ergibt nach der Logik der CDU, die Enthaltungen beim prozentualen Ergebnis traditionell rausrechnet, eine Zustimmung von 93,8 Prozent. Foto: Jörg Abels

Satter Vertrauensbeweis

Dass der 55-Jährige, der seit 2005 als Parlamentarischer Staatssekretär auch Teil der Bundesregierung ist, Kreisvorsitzender bleiben würde, stand gar nicht erst zur Disposition. Allenfalls auf das Ergebnis durfte man gespannt sein. Am Ende stimmten 106 Delegierte für den Dürener, sieben gegen ihn, bei zwei Enthaltungen. Das ergibt nach der Logik der CDU, die Enthaltungen beim prozentualen Ergebnis traditionell rausrechnet, eine Zustimmung von 93,8 Prozent.

Zum Vergleich: Als Rachel 2012 in die Fußstapfen des Indeners Karl Schavier trat, erhielt er 90 Prozent, bei seinen ersten beiden Wiederwahlen 94,5 und 94,8 Prozent. Damit steht die CDU an der Rur nicht nur weiterhin geschlossen hinter ihrem Vorsitzenden, die Delegierten statteten auch seine vier Stellvertreter mit satten Vertrauensbeweisen aus: Patricia Peill (Nörvenich) erhielt mit 96,5 Prozent das beste Quorum, der erst 31-jährige Marco Johnen (Jülich) 91 Prozent, Ralf Nolten (Kreuzau) 88,1 und Jürgen Frantzen (Titz) 90,1 Prozent.

Der Dürener Fraktionschef Stefan Weschke wurde als Schatzmeister bestätigt, der Niederzierer Gemeindeverbandsvorsitzende Armin Großek wechselte vom JU-Vertreter (Nachfolgerin: Julia Gruben, 26, Jülich) ins Amt des Mitgliederbeauftragten im Kreisvorstand. Und in dieser Funktion wird in den kommenden beiden Jahren einiges an Arbeit auf ihn zukommen: Mit seinen Kollegen vor Ort muss er Konzepte gegen den Mitgliederschwund entwickeln. 2016 und 2017 verzeichnete die Kreis-CDU einen Rückgang von 6,1 Prozent auf nun noch 2856 Mitglieder. Vor allem in den jüngeren Jahrgängen (bis 45 Jahre) hat die Partei noch deutlich Luft nach oben.

Inhaltlich beschränkt sich der Kreisparteitag auf zwei Anträge: Einstimmig sagten die Delegierten der Stadt Jülich und den Gemeinden Niederzier und Titz ihre Unterstützung bei der Entwicklung des interkommunalen Gewerbegebietes „Merscher Höhe“ zu. Der sogenannte „Brainenergy Park“ sei ein „einzigartiger Innovationsstandort für erneuerbare Energien“ und ein wichtiger Meilenstein bei der Gestaltung des Strukturwandels im Rheinischen Revier. Die CDU fordert daher Bund und Land, aber auch Tagebaubetreiber RWE Power auf, das Projekt angemessen zu fördern.

Schließlich beschlossen die Delegierten eine Pflichtabgabe aller Amts- und Mandatsträger, die 15 Prozent ihrer Aufwandsentschädigungen und Sitzungsgelder nun an die Kreispartei abführen müssen. Bundes- und Landtagsabgeordnete müssen 200 beziehungsweise 100 Euro monatlich abgeben, der Landrat und die Bürgermeister einen monatlichen Beitrag abhängig von ihrer Besoldungsstufe. Bisher waren die Zahlungen, die insbesondere der Finanzierung der Wahlkämpfe dienen, freiwillig.