1. Lokales
  2. Düren

Kreis Düren: CDA: GroKo muss die Ängste im Braunkohlerevier beseitigen

Kreis Düren : CDA: GroKo muss die Ängste im Braunkohlerevier beseitigen

Der arbeitende Mensch, der Kumpel im Zentrum der Betrachtung — und einmal nicht der Hambacher Forst, die Kohleverstromung, die gewaltsamen Auseinandersetzungen. Was macht die anhaltende Unsicherheit über das Ende der Braunkohletagebaue, die Spekulation über das vorzeitige Stilllegen von Kraftwerksblöcken mit den Beschäftigten im Rheinischen Revier?

Wie äußern sich die Ängste? Wie macht sich eine unsichere berufliche Zukunft bei der Aus-, Fort- und Weiterbildung bemerkbar?

Der gute gefüllte Saal der Gaststätte „Zur Altstadt“ machte das Interesse am Thema des Politischen Aschermittwochs der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft Düren-Jülich (CDA) „Was macht die Zukunft mit dem Kumpel?“ deutlich.

Michael Lehmann, Betriebsratsvorsitzender von RWE Power am Kraftwerk Weisweiler, berichtete über Flexibilisierungsprogramme, Umqualifizierungen und Ausbildungsinitiativen in Zeiten des seit 2009 stattfindenden Wandels in der deutschen Stromerzeugung und fragte angesichts der Übernahme von 360 Personen aus der Arbeitnehmerüberlassung in die Stammbelegschaft oder der Übernahmegarantien für Auszubildende: „Wie passt das mit einem ungewissen Zeitrahmen der Veränderungen zusammen?“

Deutlich machte Lehmann, dass die Schließung von alten Kraftwerksblöcken, die Überführung in die sogenannte „Sicherheitsreserve“ schon zu Erfahrungen, aber auch zu Veränderungen in Personalstand und -struktur über die Jahre hinweg geführt haben. Auch dürften die Entwicklungen bei der Digitalisierung, der Leitstandstechnik der Elektronik bei dem Bedarf an Fortbildung nicht vergessen werden. Der Konzern sei da sehr dynamisch unterwegs.

Moderator Dr. Ralf Nolten vermied es als Vorsitzender, dass die Diskussion in eines der in der Öffentlichkeit sehr kontrovers, sehr emotional geführten ökologischen und energiepolitischen Diskurse abglitt. So konnten stattdessen Perspektiven unterschiedlicher Arbeitnehmergruppen und die Einbindung der Arbeitnehmerschaft in die Gestaltung des Strukturwandels beleuchtet werden. Am Beispiel der Innovationsregion Rheinisches Revier (IRR) kam man schnell überein: „Ausbaufähig“ sei dieses Engagement. Gute Anschlussbeschäftigung bedürfe entsprechender Unternehmen und ausreichender Gewerbe- und Industrieflächen. Beim planmäßigen Ende des Kraftwerks Weisweiler seien 1500 Beschäftigte und etwa 250 Auszubildende betroffen.

Politik gefordert

Die Zuhörer erörterten Projektideen zum Industriedrehkreuz Weisweiler und die Regionalplanaufstellung vor dem Hintergrund der Frage: Wer ist in der Verantwortung? Das Unternehmen, die Kommunen, das Land, der Bund? Eines wurde deutlich: Bei allem Optimismus, dass gute Arbeit auch nach der Braunkohleverstromung auf die Kumpel wartet, bleibt die Politik gefordert. Verlässliche Enddaten für jeden einzelnen Kraftwerksblock und jeden Tagebau seien das einzige Mittel, um die Ungewissheit und die Ängste bei den Beschäftigten zu beseitigen. Da müsse die im Berliner GroKo-Papier stehende, neu einzurichtende Kommission schnell liefern.