Nideggen: Carola Gläser: Ein Landei mit Herzblut und Kreativität

Nideggen: Carola Gläser: Ein Landei mit Herzblut und Kreativität

„Ich bin stolz, ein Landei zu sein.“ Ein Landei als neue Kämmerin der Stadt Nideggen? 35 Jahre ist Carola Gläser alt. Als Diplom-Verwaltungsbetriebswirtin, die zuletzt bei der Stadt Haan und zuvor in Xanten gearbeitet hat, tritt sie am heutigen Freitag ihre neue Stelle im Eifel-städtchen an.

In Haan war sie zuerst in der Kämmerei tätig, hat sich ins Neue Kommunale Finanzmanagement eingearbeitet, war im Controlling tätig und hat sich zuletzt ums Gebäudemanagement gekümmert. „Ich hatte schon immer eine Affinität zum technischen Bereich“, erzählt sie. Die Stelle in Nideggen hat offenbar einen doppelten Reiz auf sie ausgeübt: „Nideggen war die erste Kommune in NRW, in der ein Sparkommissar sich um die Sanierung der Finanzen gekümmert hat. So eine schwierige Situation eröffnet aber auch neue Möglichkeiten. Man kann etwas ausprobieren“, erklärt sie. Hinzu kommt, dass ihr seit der Zeit in Xanten zwei Themen vertraut sind, mit denen sie in Nideggen ebenfalls punkten kann: die Bedeutung der Historie einer Stadt und der Tourismus.

So nüchtern die Arbeit als Kämmerer erscheinen mag, so blumig kann sie ihr Arbeitsfeld verständlich machen: „Jede Entscheidung im Rathaus fließt irgendwann als Zahl in einen Haushalt ein. Das ist alles andere als nüchtern.“ Zur „ganzheitlichen Sichtweise“ gehört für sie ein Ziel, wie Rat und Bürgermeister die Stadt weiterentwickeln wollen. „Ich habe in den Gesprächen gespürt, dass in Nideggen versucht wird, auf einer sachlichen Basis zu argumentieren“, stellt sie fest. Das dürfte ihr liegen, weil sie gleichzeitig sagt, dass „das politische Geschäft“ nicht ihre Sache sei: „Ich komme von außen, bin unbelastet und will mit Herzblut Überzeugungsarbeit leisten und setzte auf eine offene und ehrliche Kommunikation.“

Ohne dabei das grundsätzliche Handwerk zu vernachlässigen: „Man muss regelmäßig Kassensturz machen — wie zu Hause auch. Und im schlimmsten Fall muss man die Sparbremse ziehen.“ Den Haushaltsausgleich muss sie einhalten. Bei allem anderen ist Kreativität gefordert. „Es gibt viele Programme von privaten Stiftungen, aber auch Förderprogramme von Bund, Land und der EU“, die man anzapfen könne.

Dass Nideggen ein bekannt schwieriges politisches Pflaster ist, dürfte bei Carola Gläser angekommen sein. Da passt es vielleicht ganz gut, dass sie eine Weiterbildung zum Stresscoach absolviert hat, sich mit Burn-out-Prävention auskennt und zudem noch den Sachkundenachweis zur Haltung gefährlicher Tiere absolviert hat. Gefährliche Tiere? „Bissige Zweibeiner tun sich da nichts. Mit denen kann ich auch umgehen“, antwortet sie und lacht. Humor hat sie auch.

(bugi)