Düren: Camerata Düren überzeugt mit eigenen Solisten

Düren: Camerata Düren überzeugt mit eigenen Solisten

Passionsliturgie und -musik kann langatmig und fromm sein. Doch die Konzeption des Kammerchors der Camerata Düren, die kurzen sakralen „Sieben Worte Jesu am Kreuz“ in Variationen aus fünf Jahrhunderten darzubieten, hat eine abwechslungsreiche Vielstimmigkeit geschaffen.

Unter der Leitung von Andrea und Peter J. C. Eich erklang eine reine A-cappella-Leistung des gemischten Chors mit 34 Stimmen. Die Solisten aus den eigenen Reihen wurden in den orchestralen Gesamtklang eingebunden: Andrea Eich, Regina Unger (Sopran), Sabine Schackers (Alt), Ludwig Kniprath, Joachim Göttsche (Tenor), Peter Berres und Florian Heep (Bass) traten mit akzentuierenden Spitzen hervor.

Frisch klang die Ankündigung von Gottfried August Homilius (1714-1785) „Siehe, das ist Gottes Lamm“. Eher innig sanft dagegen war der Introitus von Heinrich Schütz (1585-1672). Max Reger (1873-1916) variierte mit dynamischem Wohlklang alle Stationen der Worte Jesu. Charles Gounods (1818-1893) lateinische Fassung der Sieben Worte mit der Anrede der Frauen von Jerusalem steigerte die persönliche Ansprache der beteiligten Personen am Leiden Jesu. Der deutschsprachige Text von Knut Nystedt (1915-2014) erhöhte die Empathie der Zuhörer für die chorische Einheit der atmosphärisch tiefen Klagen bis zu den schrillen Harmonien der Schmerzen. Die Conclusio von Heinrich Schütz verkündete dazu die frohe Botschaft der Erlösung.

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1849) zeigte im Psalm 22 aus dem Alten Testament die Verbindung zum christlichen Verständnis des Neuen Testaments „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“. Darauf folgten Johann Sebastian Bachs (1685-1750) acht Choräle aus der Matthäus-Passion mit den Liedern „O Haupt voll Blut und Wunden“ und „Wenn ich einmal sollt scheiden“.

Marianne Berres las dazwischen Abschnitte des Evangelien-Textes zur Hintergrundgeschichte der Jesu-Worte.

Die Antwort des Glaubens interpretierte Anton Bruckner (1824-1896) nach dem Philipperbrief „Christus factus est“ und ließ den Chor abschließend kraftvoll und bestimmt gesangliche Paukenschläge zu dem überaus ergreifenden Konzert in der Marienkirche setzen.