Bürgermeisterwahl in Düren 2020

Bürgermeisterwahl : Amtsinhaber Paul Larue gibt den Takt vor

Wer hat ab Herbst 2020 das Sagen im Dürener Rathaus? Amtsinhaber Paul Larue will erst im Oktober 2019 über eine neuerliche Kandidatur entscheiden. Bis dahin will sich nun auch die SPD bedeckt halten.

In zwei Jahren stehen Kommunalwahlen an. Dann werden auch in Düren Bürgermeister und Stadtrat wieder gemeinsam bestimmt. Nachdem der NRW-Landtag die Wahlen 2007 mit schwarz-gelber Mehrheit getrennt hatte, drehte Rot-Grün den Spieß in der vergangenen Legislaturperiode wieder zurück. Zwei Jahre vor der Wahl halten sich die großen Parteien in der Kandidatenfrage merklich zurück. Amtsinhaber Paul Larue (CDU) hat schon vor Monaten angekündigt, sich erst im Oktober 2019 zu seiner Zukunft äußern zu wollen.

Dann ist der heute 62-Jährige 20 Jahre im Amt und mit Abstand dienstältester Bürgermeister der Dürener Nachkriegsgeschichte. Er werde mit seiner Frau Marion – Larue ist im kommenden Jahr vier Jahrzehnte verheiratet – entscheiden, ob er noch einmal antritt. Dass es durchaus auch andere Christdemokraten gibt, die sich das Amt zutrauen, ist kein Geheimnis, allen voran der Stadtverbandsvorsitzende Thomas Floßdorf. Und sein Name ist nicht der einzige, der durch die Gerüchteküche wabert. Trotzdem ist es mehr als unwahrscheinlich, dass es im Fall einer neuerlichen Kandidatur Larues zu einer parteiinternen Kampfabstimmung kommen würde. Dafür war sein Wahlerfolg 2015 mit 64 Prozent zu deutlich.

Und was macht die SPD? Noch vor der Bürgermeisterwahl 2015 waren die Genossen in die Offensive gegangen, hatten Liesel Koschorreck bereits 28 Monate vor dem Urnengang in Stellung gebracht. Dies wird diesmal anders sein. „Bevor sich Paul Larue nicht geäußert hat, werden sie auch von uns nichts hören“, betont der stellvertretende Stadtverbandsvorsitzende Frank Peter Ulrich. Und der Vorsitzende Cem Timirci ergänzt: „Die Frage der Nachfolge des Fraktionsvorsitzenden Henner Schmidt spielt dabei überhaupt keine Rolle.“ Die SPD will auf jeden Fall ihre Mitglieder bei der Suche nach einem geeigneten Kandidaten mit ins Boot nehmen. „Wir werden alle Mitglieder bis 60 Jahren anschreiben“, kündigt Timirci an. Und dabei soll auch das Interesse an einer etwaigen Bürgermeister- oder Stadtratskandidatur abgefragt werden.

Nur so viel ist zum jetzigen Zeitpunkt sicher: „Wir werden einen eigenen Kandidatin nominieren, unabhängig von der ‚Ampel‘-plus-Koalition“, betont Ulrich. Ob er selber nach seiner Niederlage bei der Bürgermeisterwahl in Jülich 2015 gegen den parteilosen Einzelbewerber Axel Fuchs nun in Düren antreten werde, lässtder in Arnoldsweiler wohnende Ulrich offen. Keine Ambitionen hegt nach eigenen Angaben der SPD-Stadtvorsitzende Cem Timirci.

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