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Müddersheim: Bürgerinitiative gegen Massentierhaltung: Der Ton wird rauer

Müddersheim : Bürgerinitiative gegen Massentierhaltung: Der Ton wird rauer

Nun liegen die Fakten auf dem Tisch. Da werden die Argumente lautstärker. Und der Ton rauer. Diesen Eindruck nahm der Besucher aus der Info-Veranstaltung mit, zu der die Bürgerinitiative gegen Massentierhaltung und für Umweltschutz Vettweiß (BMUV) eingeladen hatte.

Rund 130 Besucher, darunter etliche Kommunalpolitiker aus Vettweiß und den umliegenden Gemeinden, ließen sich die Fakten vorstellen. Denn der Antrag für die zwischen Erp und Müddersheim geplante Anlage liegt nun auf dem Tisch und noch bis zum 28. August in den Rathäusern von Vettweiß, Erftstadt, Zülpich und Nörvenich sowie im Dürener Kreishaus

„Die Offenlage der Pläne in der Ferienzeit ist ein Beleg dafür, dass man uns für dumm verkaufen will”, so BMUV-Vorsitzender Wolfgang Mödder. Man kämpfe gegen „ein Projekt von gigantischer Dimension und gegen einschneidende Veränderungen der Lebensbedingungen”.

Was die BMUV unter gigantischer Dimension versteht, machte Achim Konejung mit Zahlen aus dem Bauantrag deutlich: Viermal 40.000 Hähnchen sollen in vier Perioden in vier Masthallen jährlich gezüchtet werden. Macht rund 1,3 Millionen Hähnchen jährlich. Bei einem Verlust von drei Prozent sei mit rund 38.400 toten Tieren pro Jahr zu rechnen, die ebenso entsorgt würden wie 1760 Tonnen Hähnchenmist.

Die vier Masthallen mit je 1800 Quadratmetern Fläche seien ebenso wie Mistlager nicht ganz geschlossen. Je neun Ventilatoren pro Masthalle pusten die Abluft raus. Nur einige Punkte, die Konejung aus den Anlagen zum Antrag vortrug.

Vermutungen der Tierschützer

Eine Mutmaßung, die Jürgen Plinz vom Tierschutzverein teilt. „Das ist keine Landwirtschaft mehr, das ist schon Industrie.” Aus den Angaben, dass die in der Anlage anfallenden Arbeiten von Fremdfirmen ausgeführt werden sollen, lässt bei dem Präsidiumsmitglied des Deutschen Tierschutzbundes den Schluss zu: „Da stehen große Produktionsketten hinter.”

Justus Peters, Rechtsanwalt in Linnich und Justitiar der Tierschützer: „Der Antrag ist in vielen Punkten angreifbar. Da gibt es noch viel zu hinterfragen.” Die Empfehlung des früheren Kreisrechtsdirektors: „Nur wer Einwände erhebt, hat ein Klagerecht, falls die Anlage genehmigt werden sollte.”