Düren: Bürgerinitiative fordert schnelleren Bau der B56 n

Düren: Bürgerinitiative fordert schnelleren Bau der B56 n

Die mehreren Hundert gelben Schilder „Düren fordert B 56 n sofort“, die jahrelang das Stadtbild prägten, hatte Eberhard Hess eigentlich schon eingemottet. Denn beim Spatenstich zur Ostumgehung im Dezember 2013 war vollmundig die Fertigstellung der seit mehr als 40 Jahren geforderten Umgehungsstraße für 2017 angekündigt worden.

Längst ist jedoch klar, dass dies nur ein frommer Wunsch bleiben sollte. Vor allem archäologische Arbeiten haben das mehr als 30 Millionen Euro teure Straßenbauprojekt, das den Durchgangsverkehr von der Schoe-ller- und Euskirchener Straße fernhalten soll, erheblich verzögert. Mittlerweile ist zumindest der Auftrag für den Bau des ersten Abschnittes an eine Baufirma vergeben worden. In Kürze sollen die Bauarbeiten auf der 4,3 Kilometer langen Trasse zwischen Kölner und Stockheimer Landstraße beginnen. Mit der Fertigstellung der Gesamtmaßnahme rechnet Projektleiter Arnd Meyer vom Landesbetrieb Straßenbau in Euskirchen nunmehr für 2020.

Hess, Sprecher der Bürgerinitiativen für den Bau von Umgehungsstraßen in Düren, und Julia Guthausen, Vorsitzende der CDU-Düren-Ost, wollen sich damit aber nicht zufriedengeben. „Wir sind entsetzt, dass es im zweiten Bauabschnitt nach dem Bau der Brücke über die Bahnstrecke überhaupt nicht weitergeht“, erklärt Hess. „Wir fordern vom Landesbetrieb eine schnelle Ausführungsplanung für den Abschnitt zwischen Kölner Landstraße und der alten B 56 in Höhe des Real-Marktes, damit auch hier endlich die Arbeiten ausgeschrieben werden können.“

Hess weiter: „Ich habe nicht das Gefühl, dass die Stadt — weder politisch noch verwaltungsseitig — ernsthaft Druck auf das Land ausübt, die Straße endlich komplett zu bauen.“ Dabei werde es höchste Zeit. Hess und Julia Guthausen verweisen auf die enorme Stickstoffdioxid-Belastung auf der Euskirchener Straße, die landesweit zu den höchsten zählt und nur mit der Ostumgehung gesenkt werden kann, aber auch den immer noch über die Brückenstraße fließenden Verkehr in und aus dem Gewerbegebiet Distelrather Straße.

„Wenn die schweren Lkw vorbeifahren, klappern in den alten Häusern die Gläser in den Schränken.“ Und um der Forderung nach einer zügigeren Umsetzung auch des zweiten Bauabschnitts wieder Nachdruck zu verleihen, hat Hess noch einmal eines der gelben Schilder aus dem Keller geholt: „Düren fordert B 56 n sofort, nicht erst bis 2020“, macht der BI-Sprecher unmissverständlich deutlich.

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