Düren: Bürger setzen für Bürger eigene Ideen um

Düren: Bürger setzen für Bürger eigene Ideen um

Die Kamine in der Fabrik für Kultur und Stadtteil Becker & Funck rauchen. Die „Produktion” an gemeinwohlorientierten und kulturellen Aktivitäten und solchen, die dem Stadtteil nutzen, laufen auf Hochtouren. Es ist ein funktionierender Betrieb, der ohne öffentliche Mittel oder Subventionen auskommen muss.

Mit Hilfe des Landes und der Stadt Düren wurde vor einigen Jahren eine Bürgerinitiative aus dem Stadtteil unterstützt und weiterentwickelt. Gemeinsam wurde die Stiftung „Fabrik für Kultur und Stadtteil” gegründet, die seit drei Jahren ihre Leistungen anbietet. Ein Mischkomplex ist zwischen Nörvenicher- und Friedensstraße entstanden. Einerseits haben sich im Gebäudeensemble Firmen und Dienstleister angesiedelt, zum anderen wird der Begriff Kultur mit Leben gefüllt. Nicht nur im Dreiklang „Theater, Konzert, Ausstellung”, wie Geschäftsführer Thomas Busch erläutert, sondern er wurde erweitert auf „Gesprächskultur, Bildung, Selbsterziehung und Sport”.

Der Nutzen für den Stadtteil steht dabei im Vordergrund. Die Stiftung ermuntert die Bürger aus dem Viertel, entweder in der Fabrik selbst aktiv zu werden, eigene Ideen umzusetzen oder eigene Angebote zu initiieren. „Wir fördern regelmäßige Offerten oder Einzelveranstaltungen von Bürgern für Bürger”, gibt Thomas Busch die Leitlinien vor und zählt eine Reihe von Beispielen auf. Break Dance für Kids, Malkurs „Atmosphre”, Tonstudio „Conamix”, Übungsraum „Kopfmacher”, Schwarzlichttheater Kinderheim St. Josef, Jugend- und Schülertheater Wirteltor-Gymnasium, Hobbymalermarkt.

Die Pflicht und die Kür

Ein Blick in den Veranstaltungskalender: Elf unterschiedliche Vereine und mehrere Dozenten bieten Programme für Jung und Alt im Sport-, Gesundheits- und Bewegungsbereich an. Rund 40 Kurse finden pro Woche statt. Das Raumangebot in der Fabrik ist so variabel gestaltet, dass im Mehrzwecksaal nachmittags Frauen und Mädchen Thai-Boxen üben und sich abends auf Parteiversammlungen die Mitglieder die Meinung sagen. Solche An- und Einmietungen sind es aber auch, die finanziell mit den Grundstock legen für die Bürgerangebote, die damit bezahlbar bleiben.

Um nicht ins Minus zu geraten, sind ein hoher Vermietungsstand im gewerblichen Bereich und eine hohe Auslastung der Räume unter professionellen Gesichtspunkten außerhalb der Übungsstunden notwendig. Damit steht die Stiftung wie jeder andere Anbieter im Wettbewerb und muss durch Leistung überzeugen. „Die Pflicht”, wie Thomas Busch meint, die die „Kür”, eben die Kulturarbeit, ermöglicht. Und die sieht im zweiten Halbjahr ein abwechslungsreiches Programm vor. Vier der 13 Veranstaltungen werden von der Stiftung organisiert, davon nur zwei mit Veranstalterrisiko. Die Mehrzahl der Vorstellungen hat lokalen und regionalen Bezug. So feiern die Mundartisten der Gruppe „Schweess Fööss” am Samstag, 6. November ab 18 Uhr in der Fabrik ihr 25-jähriges Bestehen, die Dürener „Stones” und „Forty Licks” konkurrieren mit der Aachener „Beatles”-Coverband „Get Back” am 4. Dezember. Am 12. November gastiert die Hildesheimer Band „Phrasenmäher” ab 20 Uhr. Fest etabliert hat sich die Reihe „Planet Jazz”. Am 30. Oktober findet erstmals die Veranstaltung „Wortgewalt” auf vier verschieden Bühnen im Saal statt.

Weitere Informationen zu den Angeboten

Wer mehr über die Angebote in der Fabrik, die von Teakwondo über Pilates und Rock´n´Roll-Kursen bis zu Yoga reichen, sollte sich mit Thomas Busch, 02421/129041-42 in Verbindung setzen.