Merzenich: BSC Merzenich hat die besten Karambolage-Billard-Spieler Deutschlands

Merzenich: BSC Merzenich hat die besten Karambolage-Billard-Spieler Deutschlands

Helmut Künstler (43), Katja Titze (41) und Jörg Undorf (40) spielen nicht nur für den Billard-Sport-Club Merzenich, sie gehören auch zu den besten Karambolage-Billard-Spielern Deutschlands.

Undorf, im Vorjahr Deutscher Vizemeister, belegte in diesem Jahr den sechsten Platz im Dreiband. Bei dieser Disziplin muss der Ball drei Banden berührt haben, bevor er den letzten Ball berühren darf. Titze, zuvor bereits sechsmal Deutsche Meisterin im Billard-Kegeln — eine Variante mit fünf Holzkegeln auf dem Billardtisch —, errang den Vizetitel im Dreiband der Frauen und im Biathlon. Beim Billard-Biathlon handelt es sich um eine Mischung aus Dreiband und 5-Kegel-Billard; nicht zu verwechseln mit Billard-Kegeln, unter anderem, weil hierbei Kunststoffkegel verwendet werden.

Und der dritte im Bunde, Helmut Künstler, heimste seinen dritten Deutschen Meistertitel in der Freien Partie ein. Ziel ist es in dieser Spielform, möglichst eine Treibserie zu starten. Das bedeutet, dass ein Spieler mit seinem Spielball die anderen beiden zum Spiel gehörenden Bälle entlang der Bande treibt. So erhöht sich das Punktekonto schneller.

„In der Woche vor der Deutschen Meisterschaft habe ich 2000 Bälle pro Abend gespielt. Es ist wichtig, bei jedem noch so einfach erscheinenden Spielzug hochkonzentriert zu sein“, sagt Künstler. Denn „sonst ist der Gegner dran“. Und das kann durchaus übel enden. Eine einzige Punkteserie, die auf professioneller Ebene auch die maximal möglichen 300 Zähler umfassen kann, beendet möglicherweise die Begegnung.

Die Deutschen Einzel-Meisterschaften sämtlicher Billard-Disziplinen, also auch Pool- oder Snooker- und sogar Artistik-Billard mit präzisen Kunststößen, werden seit einigen Jahren zentral im hessischen Bad Wildungen ausgetragen. Die Bündelung hat den Vorteil, dass immerhin rund 600, 700 Zuschauer die jeweiligen Endspiele besuchen — für eine Randsportart ein Schnitt, der aufhorchen lässt.

Egal ob jung oder alt

Mit 43 Jahren gehörte Künstler „noch zum Nachwuchs“, wie er es nennt. Er meint das gar nicht negativ. Im Gegenteil: „Das Schöne an diesem Sport ist, dass Spitzenleistungen durchaus auch noch jenseits der 60 möglich sind.“

Bestes vereinsinternes Beispiel ist wohl Helmut Nass. Der 86-Jährige spielt mindestens einmal pro Woche bei den Merzenichern. Die Jugend bleibt aber natürlich auch nicht auf der Strecke. Zwar ist gerade der letzte BSC-Spieler der Jugend entwachsen, doch Jörg Undorf meint: „Wir haben genügend Kapazitäten, um junge Spieler auch zu trainieren.“ Und Katja Titze ergänzt: „Ausprobieren ist bei uns immer möglich.

Egal ob jung oder alt. Manch einer fängt erst an zu spielen, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Donnerstags und freitags hat unser Vereinsheim ab 17 Uhr geöffnet.“Titze spielt bereits seit ihrem 15. Lebensjahr. „Vorher habe ich Tischtennis gespielt, doch es gab auch einen Billard-Verein im gleichen Gebäude. Irgendwann habe ich es einmal ausprobiert — und es hat funktioniert.

Dann entwickelt man auch eine Begeisterung für diesen Sport. Die tolle Gemeinschaft ist das, was mir so gut gefällt“, sagt sie. Undorf kam durch seinen Großvater und seinen Onkel zum Karambol-Billard, zuvor hatte er sich beim Pool-Billard ausprobiert: „Ich komme aus Winden. Da gab es im Jugendheim einen Billard-Tisch. Und daran habe ich meine ersten Billard-Erfahrungen gemacht.“