Düren: „Brückenbauen“ bei Dürener Kulturtagen geglückt

Düren : „Brückenbauen“ bei Dürener Kulturtagen geglückt

Auch der hellste Stern verblasst einmal, und so gingen auch die 19. Dürener Kulturtage nach 14 Tagen mit einem fulminanten Konzert zu Ende. „Wir haben tolle Kulturtage erlebt“, resümierte Ingo Kufferath, Präsident des Lions-Club Marcodurum.

„Wir hatten einen tollen Start, viele Besucher und tolle Künstler dieses Jahr. Wir konnten Brücken bilden, und es wurden Freundschaften geschlossen“, beschrieb er die Kulturtage, denn diese sind auch zu einem Ort der Begegnung geworden. Er bedankte sich herzlichst bei allen Helfern, Besuchern und allen, die an der Umsetzung der Kulturtage beteiligt gewesen sind und diese in dem dargebotenen Rahmen möglich gemacht haben.

Bürgermeister Paul Larue fand auch durchweg positive Worte. Er bedankte sich für das große Engagement und freute sich sehr über die zusammen gekommenen Spenden. „Wir haben ein tolles finanzielles Ergebnis für unsere sozialen Einrichtungen“, eröffnete er dem Publikum. Insgesamt sind dieses Jahr über 40.000 Euro gesammelt worden, die nun ausgewählten Dürener Einrichtungen zu Gute kommen. „Eine solche Auswahl der Künstler und eine solche kreative Umsetzung verdienen Respekt“, ergänzte Larue.

„Alle Veranstaltungen waren durchweg gut besucht und viele sogar vollständig ausverkauft und das, obwohl Düren ein Pflaster ist mit vielen alternativen Angeboten“, erzählte Ingo Kufferath. Er ist sehr stolz darauf, mit den Kulturtagen eine Beitrag zum „Brücken bauen“ geleistet zu haben und im Zuge der Veranstaltung Menschen und Kultur zusammen zu bringen, um so Hilfsbedürftigen helfen zu können. „Trotz großer, selbstgesetzter Herausforderungen haben wir es geschafft, unser hohes Niveau noch einmal zu verbessern“, schwärmte er stolz.

Hohe Spenden

Insgesamt waren mehr als 3000 Menschen auf den verschiedenen Veranstaltungen, die von Konzerten über Talk-Runden bis hin zu Familientagen reichten. Verkauft wurden 13 Kunstwerke der diesjährigen Künstler. Doch jedes Ende ist ein Beginn von etwas Neuem, und so zeichnen sich am Horizont bereits die 20. Dürener Kulturtage 2019 ab, die das zweite Jubiläum dieses Festes darstellen. Durch die tollen Erfahrungen und die hohen Spenden sind alle Mitglieder besonders motiviert, diese Jubiläums-Kulturtage zu etwas ganz Besonderem werden zu lassen. Man möchte sich noch einmal vermehrt der Jugendarbeit widmen und noch einmal ganz neue Wege gehen, die das Publikum überraschen könnten.

Zum Abschluss und etwas losgelöst von den Kulturtagen gab es für die Besucher noch einmal einen musikalischen Hochgenuss.

Ein Streichsextett, das sonst für das Funkorchester des WDRs spielt, hatte sich im Zuge der Kulturtage auf Schloss Burgau angekündigt. Sie sahen diese als Möglichkeit, die Stücke der englischen Komponisten Joseph Charles Holbrooke, Gustav Theodore Holst und Frank Bridge noch einmal einem Publikum zu präsentieren, bevor die sechs Musiker beginnen eine neue CD einzuspielen. Unter der Leitung von Johannes Esser zeigten sie den Zuhörern, wie grandios zwei Violinen, zwei Bratschen und zwei Violoncelli klingen können, wenn Musiker sie spielen, die bereits seit 20 Jahren gemeinsam musizieren. Dabei beschrieben die Musiker Holbrooke als verspielt, Bridge als tiefsinniger und Holst als leicht. Holst diente unter anderem Hans Zimmer als Inspiration für seine weltbekannten Filmkompositionen.

Konzert englischer Komponisten

Alle drei englischen Komponisten sind eher unbekannt, daher war Holsts Scherzo für Streichsextett eine Uraufführung und Holbrookes Streichsextett op.43 in D eine deutsche Erstaufführung. „Wir möchten die unbekannten Komponisten dem Publikum näher bringen. Alle haben ihren Reiz und jeder seine eigene Sprache und Stimmung. Schloss Burgau ist ein schöner Ort, und wir spielen gerne hier“, erklärte Bratschist Rémy Sornin-Petit das Konzert des Abends. Violinist Demetrius Polyzoides ergänzte: „Da wir seit zwanzig Jahren gemeinsam spielen, ist es quasi unser Jubiläumskonzert. Als Musiker sind wir die Art von Menschen, die bis zum Ende immer wieder lernen dürfen. Wir begegnen immer wieder Überraschungen.“ Mit voller Konzentration und einer professionellen Leichtigkeit brillierten an diesem Abend Demetrius und Elisabeth Polyzoides an der Geige, Bernhard Oll und Rémy Sornin-Petit an der Bratsche sowie Uta Schlichtig und Birgitt Heinemann am Violoncello.

Alles in allem ein würdevoller und zurecht grandioser Abschied der Dürener Kulturtage.

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