Braucht die Stadt Düren ein Technisches Rathaus?

Diskussion über Technisches Rathaus vertagt : Wie viel Platz braucht die Dürener Verwaltung?

Der von der „Ampel“-Koalition favorisierte Neubau eines Technischen Rathauses im Rahmen der Entwicklung des südlichen Bahnhofsumfelds schien bereits beschlossene Sache. Jetzt aber kommen der CDU-Opposition Zweifel, ob ein Neubau überhaupt notwendig ist.

„Das Projekt kostet schließlich mehr als 20 Millionen Euro“, betont Fraktionschef Stefan Weschke, da müssten intensive Nachfragen erlaubt sein. Und weil die CDU noch Beratungsbedarf hat, werden sich die politischen Gremien jetzt erst in der kommenden Sitzungsperiode im März/April wieder mit dem Thema beschäftigen. Natürlich sei das Projekt aus städtebaulicher Sicht sinnvoll, will Weschke nicht verhehlen, und es könnte auch ein wichtiger Entwicklungsimpuls für das Areal zwischen Fritz-Keller-Weg und Lagerstraße sein.

Trotzdem fragt sich die CDU mit Blick auf die derzeit kurzen Wege im sanierten Rathaus und die vielen Abstimmungsgespräche, die jetzt unter einem Dach stattfinden, ob sich der de facto vorhandene Raumbedarf nicht auch anders decken ließe. Die Anmietung zusätzlicher Räume im City-Karee der Sparkasse direkt neben dem Rathaus oder Home-Office (Heimarbeit) im Zuge zunehmender Digitalisierung sind dabei nur zwei der Alternativen, die die Christdemokraten vor einer Entscheidung zumindest einmal mit Fachleuten diskutieren wollen.

Die „Ampel“ hingegen sieht nur Vorteile im Neubau eines Technischen Rathauses. „Wir befürworten das Projekt vollumfänglich“, betont der zum 31. Januar ausscheidende SPD-Fraktionsvorsitzende Henner Schmidt.  Die Investition werde sich über die eingesparten Mieten an anderen Stellen schnell amortisieren, kann Schmidt das Argument der hohen Baukosten nicht nachvollziehen. Er ist überzeugt, dass die technischen Ämter des Rathauses vom direkt nebenan geplanten Innovationscenter der Wirtschaftsförderung profitieren könnten und geht davon aus, dass die öffentliche Investition sehr hilfreich sein wird, um private im südlichen Bahnhofsumfeld hinzuzugewinnen.

Der aktuelle Vorschlag der Verwaltung geht allerdings noch über den Neubau eines Technischen Rathauses für die Bereiche Planen und Bauen hinaus. Er sieht darüber hinaus auch noch den Ankauf der bislang angemieteten Gebäude Markt 2 (ehemalige Stadtsparkasse, heute: Bürgerbüro) und Weierstraße 6 sowie von noch genau zu bestimmenden Teilen des City-Karrees vor. Im Rathaus sollen dann alle sogenannten Querschnittsämter verbleiben, beispielsweise Haupt- und Personalamt, Amt für Finanzen und natürlich auch das Büro des Bürgermeisters mit seinen Stabsstellen. In den Gebäuden Markt 2 und Weierstraße 6 sollen die Bereiche Recht, Sicherheit und Bürgerservice untergebracht werden, das „Soziale Rathaus“ mit Sozial- und Jugendamt würde wie bisher im City-Karree bleiben.

Hintergrund ist der ständig wachsende Raumbedarf. Allein in den vergangenen zehn Jahren ist die Kernverwaltung um 70 Stellen, von 396 auf 466 gewachsen, um insbesondere seit der Haushaltskonsolidierung im Jahr 2016 die Vielzahl neuer Aufgaben bewerkstelligen zu können. Sollte das Wachstum in diesem Maße weitergehen, müssten bis 2030 Räume für weitere 90 bis 100 Arbeitsplätze einkalkuliert werden.

Derzeit sind die Mitarbeiter wie folgt untergebracht: Rathaus 240 Arbeitsplätze, Markt 2 67, Weierstraße 18, City-Karree/Wilhelmstraße 153 und Wirteltorplatz/Josef-Schregel-Straße 41.

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