Mariaweiler: Bosnischer Besuch beim Badeseecup

Mariaweiler: Bosnischer Besuch beim Badeseecup

Freundschaften schließen und zusammen Spaß haben, das geht ja bekanntlich besonders gut auf dem Fußballplatz. Wenn das Runde ins Eckige muss, sind Herkunft, Hautfarbe und Sprache ganz egal. Dass der Sport so auch zur Völkerverständigung beiträgt, ist ebenfalls nichts Neues.

Deshalb hatte der FC Rhenania Mariaweiler zu seiner Sportwoche erstmals auch internationale Gäste eingeladen. Zwanzig Spieler und ihre Betreuer reisten aus Vuckovci, einem Vorort von Dürens Partnerstadt Gradacac in Bosnien-Herzegowina, an, um an verschiedenen Spielen des Turniers teilzunehmen.

Gemeinsam für die gute Sache: Die Spieler von Rhenania Mariaweiler und Gästen aus einem Vorort von Dürens Partnerstadt Gradacac setzen ein Zeichen gegen Rassismus. Foto: Statzner

Mit dem Bus legten sie die rund 1400 Kilometer lange Strecke in 24 Stunden zurück, um beim 4. Badeseecup in Mariaweiler dabei zu sein. Am Freitagabend fand das Eröffnungsspiel gegen die erste Mannschaft des Gastgebers statt. Für die Mannschaft aus Bosnien-Herzegowina war es das erste Auslandsspiel — und die Vorfreude war groß.

„Es ist eine Ehre für uns, dass wir nach hier eingeladen wurden“, sagte Mirsad Kurbasic, Vorsitzender des GC Vuckovci. „Die Reise war zwar anstrengend, aber schon direkt nach der Ankunft haben wir große Gastfreundschaft erfahren.“

Einige Ausflüge

Angekommen waren die Fußballer am Donnerstag um sechs Uhr morgens und wurden mit einem ausgiebigen Frühstück begrüßt. Zeit zum Trainieren hatten sie zwar nicht mehr vor ihrem ersten Spiel in Deutschland, Düren erkunden konnten sie aber. Bis die Mannschaft am Dienstag wieder abreist, stehen außerdem noch Ausflüge an, zum Beispiel zum Schloss Burgau und zur Wehebachtalsperre

. Dass die Kommunikation manchmal etwas schwer ist, hinderte die Spieler nicht an der Völkerverständigung. Marcus Seiler vom Wasserverband Rur-Eifel war schon mehrmals in Gradacac und fungiert deshalb während des Besuches als Dolmetscher. Aber auch ohne ihn wussten sich die Sportler zu helfen. „Die Kommunikation klappt wunderbar“, sagte Andreas Isecke. „Wenn mal kein Übersetzer zur Hand ist, behelfen sich die Jungs mit Englisch oder mit Händen und Füßen.“

Zur Eröffnung wurden Geschenke ausgetauscht, und die Gäste versuchten sich in ein paar Sätzen Deutsch. Auch die Initiative „Kein Platz für Rassismus und Gewalt“ unterstützte die Veranstaltung. Dürens CDU-Chef und stellvertretender Bürgermeister Thomas Floßdorf pfiff das Spiel an. Mariaweiler erzielte das erste Tor, musste sich den überlegenen Gästen aber schließlich mit 1:5 geschlagen geben.

Den Spielern der Rhenania sei das aber egal, sagten sie nach dem Spiel. Die Hauptsache sei, dass sie neue Freunde gefunden hätten. Die Organisatoren hoffen, dass diese sportliche Partnerschaft auch weiterhin erhalten bleibt.

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