Düren: Böll-Schüler bringen Feuer auf die Erde

Düren: Böll-Schüler bringen Feuer auf die Erde

Der Traum vom Reich Gottes scheint nach derzeitiger globaler Lage so schnell nicht in Erfüllung zu gehen. Täglich versetzen uns Nachrichten in Unruhe. Von düsteren Visionen lassen sich allerdings Schüler der Heinrich-Böll-Gesamtschule so schnell nicht irritieren.

Im Gegenteil: In ihrem Grundkurs „Katholische Religion” widmen sie sich derzeit sehr ausführlich den Visionen von einer besseren Welt, beschäftigen sich mit den Gleichnissen Jesu und reflektieren dabei über dessen Ausspruch „Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu bringen!”

Bei schöngeistiger Theorie soll es aber keineswegs bleiben. Nur wenn Taten, da sind sich die Kursteilnehmer einig, der Auseinandersetzung mit der Bibel folgen, lässt sich etwas bewegen. Unter Anleitung ihrer Lehrerin Inge Schötzau wurde darüber gegrübelt, mit welchen konkreten Handlungen Zeichen zu setzen sein könnten. Recht schnell einigten sich alle Beteiligten auf ein Projekt, das nun nach den Osterferien in Zusammenarbeit mit der LVR-Klinik verwirklicht wird.

Über sechs Wochen werden die Schüler sich an einem Nachmittag in der Woche während der Unterrichtszeit auf verschiedenen Stationen der Klinik im Rahmen ihrer Möglichkeiten nützlich machen. Sie beschäftigen sich mit Patienten, leisten ihnen Gesellschaft, gehen den Stationsteams zur Hand und bringen sich ein, wo sie gerade gebraucht werden. „Auf diese Weise”, so Inge Schötzau, „macht der Kurs ganz konkrete Erfahrungen in einer Welt, die bis dahin sicherlich fremd war. Unterricht dieser Art macht sensibel für die Belange von Menschen, die aus verschiedenen Gründen nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen.”

Die Teilnahme an dem Vorhaben bedurfte keiner großen Überredungskunst - schnell waren alle im Wortsinn „Feuer und Flamme” und beteiligten sich mit großem Eifer an den Vorbereitungen. Um die Gruppe nicht ins kalte Wasser springen zu lassen, übernahmen Thomas Hax-Schoppenhorst und Stefan Jünger von der LVR-Klinik zweimal den Unterricht vor Ort, stellten ihre Einrichtung ausführlich vor und machten mit einigen Krankheitsbildern vertraut.

Demnächst steht ein Besuch bei Pflegedirektorin Jutta Schlegel an, die der Idee viel abgewinnen kann: „Sehr alltagsnah machen wir junge Menschen mit unserer nicht immer ganz einfachen Arbeit vertraut, führen sie aber auch an interessante Berufsbilder in der Psychiatrie heran, zum Beispiel an den Beruf der Gesundheits- und Krankenpflegekraft.”

Ende April wird es dann konkret. Schulleiter Hermann-Josef Geuenich und Dr. Ulrike Beginn-Göbel, Ärztliche Direktorin der LVR-Klinik, sind erfreut über den Tatendrang der Zwölftklässler.