Nörvenich/Kerpen: „Boelcke“: Hoppe blickt auf arbeitsreiche Monate zurück

Nörvenich/Kerpen: „Boelcke“: Hoppe blickt auf arbeitsreiche Monate zurück

„Mit dem Geschwader geht es aufwärts“, bilanzierte Kommodore Oberst Andreas Hoppe beim Maiempfang des taktischen Luftwaffengeschwaders 31 „Boelcke“. Seit Oktober ist der Standort Wittmund dem Nörvenicher Geschwader unterstellt, „Boelcke“ wurde auf einen Schlag zum größten Jet-Verband der Luftwaffe.

„Wir schaffen neue Organisationsstrukturen, führen ein neues Waffensystem ein und übernehmen zusätzliche Aufgaben — und das alles im laufenden Betrieb“, umriss Hoppe die „alles andere als langweilige Zeit“ in den vergangenen Monaten.

Derzeit verfügt das Geschwader über 29 Eurofighter, 20 davon sind in Nörvenich stationiert. Bis 2017/18 soll die Zahl der Jets auf 51 steigen, 31 davon sind für Nörvenich bestimmt. „Gleichzeitig erfahren wir eine drastische Reduzierung des Personals“, erklärte Hoppe den Gästen auf dem Empfang. Die Mannschaftsstärke sinkt am Standort Nörvenich von einst 1400 auf 900 (aktuell sind 1200 Männer und Frauen dort stationiert), am Standort Wittmund von einst 1250 auf 800 (aktuell 1000). In Nörvenich wird auch in Zukunft gebaut und investiert: Das Sanitätszentrum zieht von Kerpen dorthin um, es entsteht ein neues Gebäude, das Mannschafts-, Unteroffiziers- und Offiziersheim beherbergt. Ab Sommer erhält das Geschwader als erster Verband der Luftwaffe eine Eurofighter-Version, die auch gegen Bodenziele eingesetzt werden kann.

In diesem Zusammenhang ging Hoppe auch auf das Thema Fluglärm ein: „Das ist ein ernstes Thema, wir nehmen die Belastung der Anwohner nicht auf die leichte Schulter.“ Bis 2017/18 soll die Zahl der Flugstunden auf 6000 im Jahr steigen. Aktuell sind es 3000 im Jahr. „Bis 2007 lag die Zahl bei 7000 Flugstunden“, ruft der Kommodore in Erinnerung. Im Zuge der Eurofighter-Einführung sei die zahl der Flugstunden zeitweise auf 1000 gefallen. Im Juni stelle Nörvenich eine Alarmrotte, die den Luftraum sichert. Dann könne es auch sonntags zu Flugbetrieb kommen, bat er schon jetzt um Verständnis.

Hoppe nutzte den Empfang, um Oberstleutnant Frank Orkisz im Namen der Bundesverteidigungsministerin mit dem Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold auszuzeichnen. Hauptfeldwebel Sebastian Kirch wurde zum Stabsfeldwebel befördert.

(sj)
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