Nörvenich: „Boelcke“ hat einen neuen Befehlshaber

Nörvenich: „Boelcke“ hat einen neuen Befehlshaber

Mehr als vier Jahre lang stand Oberst Andreas Hoppe an der „Boelcke“-Spitze. Beim Abschied vom Taktischen Luftwaffengeschwader 31 floss am Freitag beim Kommodore auch die ein oder andere Träne. „Meine Damen und Herren, ich melde mich ab. Ich danke Ihnen für eine sehr schöne Zeit“, rief er dem angetretenen Geschwader-Personal zu und bat die Soldaten und zivilen Mitarbeiter, den neuen Kommodore in „gleicher Weise zu unterstützen“.

Seinem Nachfolger, Oberstleutnant Stefan Kleinheyer, übergab er ein Geschwader, das „zur Spitze der Einsatzverbände“ zähle. Nach vier ereignisreichen Jahren wechselt Hoppe als Referatsleiter ins Verteidigungsministerium.

Generalmajor Helmut Schütz, Kommandeur Fliegende Verbände, attestierte dem scheidenden Kommodore eine „bemerkenswerte Professionalität, Souveränität und Zielstrebigkeit“. Unter Hoppes Kommando wurde bei „Boelcke“ beispielsweise der Eurofighter eingeführt, das einstige Jagdbombergeschwader übernahm mit dem neuen Waffensystem auch neue Aufgaben und Rollen bei der Luftraumverteidigung. Parallel wurden im Zuge der Bundeswehrreform das Personal um etwa 30 Prozent reduziert, die taktische Luftwaffengruppe „Richthofen“ am Standort Wittmund wurde dem „Boelcke“-Geschwader zugeordnet. „Sie haben das Motto ‚Hand in Hand‘ vorgegeben. Und dieses Motto wird bei Ihnen gelebt“, lobte Schütz die gelungene Neustrukturierung zweier Traditionsverbände. „Friesisch herb trifft rheinische Frohnatur — da war diplomatisches Geschick gefordert“, mutmaßte der Generalmajor. Und einmal mehr habe Oberst Andreas Hoppe die ihm gestellten Aufgaben gemeistert.

Auch Andreas Hoppe ging in seiner Abschiedsrede auf die vielseitigen Veränderungen und Herausforderungen der vergangenen vier Jahre ein. Seit Juli 2013 stellt das Geschwader die Alarmrotte, auch Quick Reaction Alert (QRA) genannt. Derzeit stelle sich das Geschwader auf eine neue Aufgabe ein, im Fall der Fälle auch Bodenziele zu bekämpfen. Das Geschwader betrete mit den Eurofightern dabei erneut Neuland.

Darüber hinaus gibt es für Oberstleutnant Stefan Kleinheyer genug neue Aufgaben als Kommandeur. Neben der Teilnahme an internationalen Manövern soll das Geschwader beispielsweise ab Herbst 2015 eine Alarmrotte der NATO in Estland unterstützen. „Ich kann es kaum erwarten“, freut sich Kleinheyer auf die Arbeit. Das Geschwader kennt er bereits: Von 2011 bis 2013 war er stellvertretender „Boelcke“-Kommodore. „Als Schüler hatte ich in Nörvenich erstmals Kontakt zur Bundeswehr. Sie haben mich sozusagen rekrutiert“, scherzte er am Freitag.

(sj)
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