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Echtz: Bleibende Erinnerung an Hexen und Habgier

Echtz : Bleibende Erinnerung an Hexen und Habgier

Für viele ist es nur eine Abkürzung ohne Namen, profane Zeitersparnis auf dem Weg von A nach B.

Doch das Hexengässchen, das von der Breiten Straße in Echtz abgeht, hat eine bewegte Geschichte, die von Aberglauben, Habgier und Rachlust zeugt. Und die verdient auch eine ordentliche Beschilderung, findet Manfred Garding. Mit dem Schild, das er am 24. Januar um 15 Uhr im Rahmen einer Feierstunde anbringt, erinnert Garding an das düstere heimatgeschichtliche Kapitel der Hexenverfolgung.

Durch die Gasse mussten die verurteilten Frauen gehen, die auf einer Richtstätte außerhalb des Ortes umgebracht wurden. Dabei ging es weniger um religiöse Motive als um handfeste wirtschaftliche Vorteile, berichtet Hobby-Historiker Garding: „Die Hälfte des Eigentums ging an den Denunzianten, die andere an den Graf von Merode.”

Als Beweis genügte oftmals die Behauptung, eine Frau sei eine Hexe: „Wenn ein Bauer sagte, sein Vieh sei nach dem Besuch einer Nachbarin krank geworden, reichte das als Grund für eine Verurteilung.” Die Hexenverbrennungen fanden in Echtz ein spätes Ende. Erst 1735 starb die letzte Frau auf dem Scheiterhaufen.

Das Thema Hexe hat an anderer Stelle ebenfalls die Zeit überdauert. Als die Karnevalisten einen Namen für ihre Gesellschaft suchten, hatte Garding einen historisch inspirierten Einfall: Echtzer Seehexen.

Auch ein anderer Trampelpfad bekommt einen Namen: Im Fringsgässchen, das Breite Straße und Lourdesstraße verbindet, wird Manfred Garding ebenfalls Schilder aufhängen, die er aus eigener Tasche finanziert hat: „Die Stadt Düren muss sich nicht an den Kosten beteiligen, denn an keiner der Gassen gibt es Anwohner.”

Die Bezeichnung geht auf einen verlassenen Bauernhof zurück, den die Dorfältesten noch kennen: „So erinnert wenigstens der Name an die starke landwirtschaftliche Prägung in der Vergangenheit.”