Ellen: Bistum versichert: Ellener Pfarrkirche nicht vom Einsturz bedroht

Ellen: Bistum versichert: Ellener Pfarrkirche nicht vom Einsturz bedroht

Seit die Orkantiefs „Ulli” und „Andrea” mit Sturmböen von bis zu 100 Stundenkilometern übers Land gefegt sind, haben Anwohner der Ellener Pfarrkirche St. Thomas von Canterbury, aber auch Friedhofsbesucher ein mehr als mulmiges Gefühl.

Sie befürchten nicht nur, dass sich - wie in der vergangenen Woche - Schieferplatten vom Turmdach lösen und knapp 60 Meter in die Tiefe krachen, sondern dass gleich ganze Teile des sanierungsbedürftigen Westturms einstürzen könnten.

Vom Statiker abgenommen

Eine absolut unbegründete Angst, versichert Ralf Martin Barth vom Fachbereich Immobilien des zuständigen Verwaltungszentrums Schleiden im Bistum Aachen. Am Montag habe ein Statiker die Turmspitze eingehend geprüft und die bisher bereits vom Kirchenvorstand veranlassten Sicherungsmaßnahmen abgenommen.

„Es besteht keinerlei Gefahr, dass der Turm einstürzt”, betont Barth, mahnt trotzdem aber auch zur Vorsicht. Bei derart heftigen Stürmen wie in der vergangenen Woche könnten sich bei einem mehr als 50 Jahre alten Schieferdach immer kleine Teile lösen, wie auch bei Bäumen schon einmal Äste abbrechen oder sich an Häusern Dachpfannen lösen.

Dass die Turmspitze mittelfristig saniert werden muss, steht für alle Beteiligten außer Frage. Als Ende 2010 nach einem Sturm Wetterhahn und Kreuz hinabzustürzen drohten und von der Turmspitze entfernt werden mussten, kamen erhebliche Wasserschäden an der Holzkonstruktion ans Tageslicht.

Einzelne Balken wurden daraufhin bereits ausgetauscht, andere mit dem Glockenstuhl verbunden. Konsequenz: Die Glocken der Pfarrkirche müssen seitdem stumm bleiben.

Kosten: rund 700.000 Euro

Lieber heute als morgen würde der Kirchenvorstand der Pfarrgemeinde um Johannes Kohnen, dem Barth „äußerst gewissenhaftes Vorgehen” bescheinigt, mit der Sanierung beginnen. Allerdings übersteigen die Kosten die finanziellen Möglichkeiten der Pfarrgemeinde.

Von den 700.000 Euro, die eine Sanierung des 1887 an der spät-gotischen Pfarrkirche angebauten Westturms kosten würde, müssten die Ellener wie bei vergleichbaren Maßnahmen im Bistum Aachen 40 Prozent aus eigenen Mitteln übernehmen.

„Das Bistum wäre dann bereit, seinen Anteil auch zeitnah zur Verfügung zu stellen”, erklärt Ralf Martin Barth. Allerdings nur für den Erhalt der Turmspitze, nicht für eine zuletzt vom Kirchenvorstand angedachte Notabdeckung. Ziel müsse es sein, dieses markante Bauwerk zu erhalten, betont Barth.

Noch aber fehlen dem Kirchenvorstand mehrere zehntausend Euro, so dass weiter nach Lösungen gesucht und eventuell auch über eine kostengünstigere Sanierung nachgedacht werden muss, auch wenn die dann nicht mehr dem Original entsprechen würde.

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