Düren: Bismarckstraße 1: 80 Wohnungen unter dem Hammer

Düren: Bismarckstraße 1: 80 Wohnungen unter dem Hammer

Zwangsversteigerungen sind keine Seltenheit, doch knapp 80 Wohnungen auf einen Schlag kommen im Dürener Amtsgericht nicht alle Tage unter den Hammer. Betroffen ist das Hochhaus an der Bismarckstraße 1, das seit Oktober 2012 unter Zwangsverwaltung steht.

Rund 79,5 Prozent der Immobilie aus dem Jahr 1966 werden am heutigen Mittwoch ab 9.30 Uhr im Saal 230 des Amtsgerichts versteigert. Beantragt hat das Verfahren die Sparkasse Köln/Bonn.

Der Verkehrswert des Immobilienpakets wird auf rund 4,9 Millionen Euro geschätzt. Die restlichen Wohnungen im Hochhaus sind in der Hand anderer Eigentümer. Bleiben die Gebote unter 50 Prozent dieser Summe, wird der erste Zwangsversteigerungstermin vom Gericht abgebrochen.

Vor der Zwangsverwaltung hatten die Zustände im Hochhaus in der jüngeren Vergangenheit für Schlagzeilen gesorgt. Im März 2012 hatte die Bezirksregierung Köln den letzten der zu diesem Zeitpunkt noch funktionierenden Fahrstühle wegen schwerer technischer Mängel stillgelegt. Die vier weiteren Fahrstühle im zwölfstöckigen Haus waren ohnehin überwiegend abgeschaltet. In der Sonderbauverordnung ist jedoch klar geregelt, dass in diesem Gebäude mindestens zwei Aufzüge in Betrieb sein müssen. Andernfalls gilt es als unbewohnbar. Nachdem die Bauaufsicht dem damaligen Eigentümer der 80 Wohnungen mit Zwangsgeld und Ersatzhaft drohte, wurden die Missstände beseitigt.

Im Oktober 2012 standen die Mieter vor dem nächsten Problem: Die Heizungsanlage funktionierte nicht mehr. Das Amtsgericht Bochum hatte zunächst einen vorläufigen Insolvenzverwalter eingesetzt. Später stellte das Amtsgericht Düren die Wohnungen unter Zwangsverwaltung. Seitdem wurden die gröbsten Mängel behoben, eine Sanierung der Immobilie hat begonnen.

(sj)
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