Birkesdorf: Marien-Hospital erneuert Kinderklinik

St.-Marien-Hospital Birkesdorf : 5,7 Millionen Euro für die Kinderklinik

Das Birkesdorfer St.-Marien-Hospital erneuert seine Kinderklinik und die Kinderintensivstation. Die Maßnahme kostet 5,7 Millionen Euro, 2,4 Millionen übernimmt das Land Nordrhein-Westfalen.

„Die Familie steht im Fokus der Kinderheilkunde. Das bedeutet beispielsweise, dass bei uns Eltern und Geschwisterkinder 24 Stunden Besuchsrecht haben, auch bei Frühchen auf der Kinderintensivstation. Das bedeutet aber auch, dass Mütter direkt nach der Geburt die Möglichkeit bekommen müssen, ihre Kinder auf der Intensivstation sehen und berühren zu können.“

Dr. Ulrich Pohlmann ist Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Birkesdorfer St.-Marien-Hospital. Der enge und schnelle Kontakt zwischen Müttern und ihren Neugeborenen heißt in der Fachsprache Bonden. „Das war in unserer Klinik bisher nicht so leicht umzusetzen“, sagt Pohlmann. „Schon allein deswegen, weil die Kinderintensivstation, auf der auch die Frühchen behandelt werden, nicht im gleichen Gebäude war wie die Kreißsäle.“ Das soll sich aber bald ändern.

Die Klinik in der Trägerschaft der Caritasträgergesellschaft West (ctw) investiert in den nächsten drei Jahren 5,7 Millionen in ihre Kinderklinik. Rund 2,4 Millionen Euro der Kosten übernimmt das Land Nordrhein-Westfalen. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat am Dienstag einen entsprechenden Förderbescheid an Ulrich Pohlmann sowie die beiden ctw-Geschäftsführer Ulrike Hoberg und Stephan Prinz übergeben.

Direkt neben den Räumen der Klinik für Geburtshilfe am Marienhospital ist eine Station frei geworden, die nicht mehr gebraucht wird. „Früher“, erklärt Ulrike Hoberg, „war dort eine geriatrische Station untergebracht. Weil die Verweildauer der Patienten immer kürzer wird, brauchen wir diese Station nicht mehr und werden die Kinderintensivstation dorthin verlegen.“ Noch im nächsten Jahr soll mit den Arbeiten begonnen werden. Pohlmann: „Die Kinderintensivstation behält ihre 24 Betten, die sie jetzt auch schon hat, aber wir bekommen einfach viel mehr Platz.“ So viel, dass Mütter, die gerade entbunden haben, auch mit dem Bett zu ihren Babys gebracht werden können. Pohlmann: „Dieser frühe Kontakt ist sowohl für die Kinder als auch für die Mütter sehr wichtig. Er hilft zum Beispiel, Wochenbettdepressionen zu vermeiden.“ Darüber hinaus wird auch modernes medizinisches Equipment für die Station angeschafft.

In einem zweiten Schritt wird dann die Birkesdorfer Kinderklinik grundlegend saniert – und zwar im laufenden Klinikbetrieb. Das Gebäude aus dem Jahr 1973 muss dringend renoviert werden, auch dort ist viel zu wenig Platz das größte Problem. „Ich betone noch einmal“, sagt Pohlmann, „dass die Familie bei uns im Fokus steht. Das heißt, die Kinder werden bei ihrem stationären Aufenthalt immer von Verwandten begleitet, auch nachts.“

Das sei unter anderem deswegen wichtig, weil Eltern, Großeltern, aber auch Paten zu Co-Therapeuten würden.“ Im Augenblick sind die Patientenzimmer der drei Kinderstationen so klein, dass die Elternteile auf Klappbetten schlafen müssen. Außerdem haben die Zimmer keine eigenen Nasszellen. Pohlmann: „Dank des Umzuges der Kinderintensivstation haben wir mehr Platz und können die Zimmer vergrößern. Da, wo jetzt noch Balkone sind, werden kleine Badezimmer gebaut.“

Unter anderem werden neue Transportbettchen für Säuglinge angeschafft. Foto: ZVA/Sandra Kinkel

Insgesamt fördert das Land in diesem Jahr Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen mit 66 Millionen Euro, im nächsten Jahr beläuft sich die Gesamtförderung auf 100 Millionen Euro. „Seit langer Zeit“, betont Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann, „gibt es in NRW wieder eine Einzelförderung für Krankenhäuser.“ 58 Anträge, ergänzt der CDU-Politiker, seien gestellt worden, sieben Kliniken (von derzeit 339 in NRW) erhalten eine Förderung. Laumann: „Das Marien-Hospital hat zum einen einen sehr überzeugenden und guten Förderantrag gestellt. Zum anderen wissen wir natürlich, dass diese Klinik mit rund 1800 Geburten im Jahr in der Versorgung der Menschen weit über den Kreis Düren hinaus eine sehr große und wichtige Rolle spielt.“

Im ländlichen Bereich

Gleichzeitig sei gerade auch in Sachen Kinderintensivversorgung in manchen Regionen NRWs schon ein deutlicher Engpass spürbar. „Deswegen“, erklärt der Minister, „war es uns auch so wichtig, mit der Förderung auch Krankenhäuser im ländlichen Bereich zu unterstützen.

Für ctw-Geschäftsführer Stephan Prinz bedeutet der Förderbescheid aus dem Landes-Gesundheitsministerium vor allem eine große Wertschätzung der Arbeit von Ärzten und Pflegern der Kinderklinik. „Natürlich sind wir aber auch über die finanzielle Unterstützung sehr froh.“ Die umfangreichen Umbau- und Sanierungsarbeiten seien auch deswegen wichtig, um das Marien-Hospital „zukunftsgerichtet aufzustellen“.