Biologische Station lädt Landwirte ein

Landwirtschaft : Förderung der Arten- und Lebensraumvielfalt

Ende Januar hat die Biologische Station im Kreis Düren Landwirte der Gemeinde Vettweiß (Kreis Düren) zu einer gemeinsamen Veranstaltung zum Thema Wegrainmanagement eingeladen.

Begrüßt wurden die zahlreichen Besucher in der Gaststätte „Bei Hämmer“ von Heidrun Düssel, Leiterin der Biologischen Station und Joachim Kunth, Bürgermeister der Gemeinde Vettweiß. Interessiert verfolgten die Gäste den Vortrag der Mitarbeiterin der Biologischen Station, Joyce Janssen, die über die Ergebnisse des Ende 2018 geendeten Projekts „Wegrainmanagement in der Jülich-Zülpicher Börde“ berichtete. Gefördert wurde das dreijährige Projekt vom Landschaftsverband Rheinland (LVR).

Ziel des Projekts war die Förderung der Arten- und Lebensraumvielfalt in einer ackerbaulich geprägten Kulturlandschaft. Im Sommer 2016 wurde von der Biologischen Station der „Ist-Zustand“ von 96 Kilometern Wegraine (Randstreifen des Wegeparzelles) in der Gemeinde Vettweiß aufgenommen und im Sommer 2017 weitere 20 Kilometer in der Gemeinde Titz.

In Abstimmung mit angrenzend bewirtschaftenden Landwirten und auf Basis der Erfassungen der Biologischen Station wurden in den Gemeinden Vettweiß und Titz im Frühjahr und Herbst in den Jahren 2017 und 2018 knapp 8000 Quadratmeter Wegrain, Mittelstreifen oder grüne Wege mit einer Initialeinsaat mit regionalem Saatgut aufgewertet.

Vertreten in dieser Einsaat sind wegraintypische Grünlandarten wie zum Beispiel Wiesen-Schafgarbe, Wiesen-Flockenblume, Acker-Witwenblume, Magerwiesen-Margerite und Rainfarn. Außer diesen Initialeinsaaten wurden zusätzlich einige Wegraine in eine naturgerechte Pflege überführt. Dies beinhaltet zum Beispiel erst später und weniger häufig oder abschnittweise und gestaffelt zu mulchen oder einfach mal die Wegsäume stehen zu lassen. Da in der Regel die Wegraine entlang von Wirtschaftswegen von Landwirten gepflegt werden, erfolgt eine geänderte Pflege immer unter Einbeziehung der angrenzenden Bewirtschafter, um eine gute Entwicklung der Raine zu erhalten.

Auch die beiden Biologischen Stationen im Kreis Euskirchen und im Rhein-Erft-Kreis haben im Rahmen dieses Projekts ähnliche Maßnahmen in den Kommunen Zülpich und Erftstadt umgesetzt.

Nach einer angeregten Diskussion wurden weitere Vorschläge von den Landwirten entgegengenommen, wo Maßnahmen ohne Probleme umgesetzt werden können. Selten befahrene grüne Wege, die sich in einem schlechten floristischen Zustand befinden, bieten sich hierfür besonders gut an.

Abschließend berichtete Georg Milz, Berater bei der Landwirtschaftskammer Düren, kurz über die Möglichkeiten von Vertragsnaturschutz und Agrarumweltmaßnahmen im Rahmen des von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Projekts „Stabilisierung der Population wertgebender Arten in der Zülpicher Börde“.