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Betrugsmasche am Telefon in Düren

Zeugen gesucht : 80-jähriger Rentner um seine Ersparnisse betrogen

Am Freitag wurde in Düren ein 80-Jähriger mittels eines „Schockanrufes“ um seine Ersparnisse betrogen. Die Suche nach den Tätern blieb bisher erfolglos.

Am Freitagnachmittag wurde ein Rentner aus Düren um seine Ersparnisse betrogen. Die Täter nutzten dazu eine Betrugsmasche, vor der auch die Polizei mit der Bezeichnung "Vorsicht Schockanrufe" bereits seit längerem warnt. Sogenannte "Schockanrufer" sind Täter, die am Telefon, die verzweifelte Notlage eines Familienmitglieds vorgaukeln und zur Problemlösung einen hohen Geldbetrag einfordern. Damit treiben sie ihre Opfer emotional in die Enge und zwingen sie durch psychischen Druck, hohe Geldsummen oder Schmuck herauszugeben.

In den meisten Fällen werden Seniorinnen und Senioren aus öffentlichen Telefonbüchern angerufen. Als Anhaltspunkt für die Vermutung der Täter, dass der Angerufene ein bereits fortgeschrittenes Alter haben könnte, dient auch der Vorname.

So meldeten sich am Freitag gleich etliche angerufene Personen bei der Polizei-Leitstelle und wollten sich vergewissern, was es mit höchst verdächtigen Anrufen auf sich hatte. Alle hatten jedoch bereits bemerkt, dass es sich bei den Anrufern um Betrüger handelte und waren nicht darauf hereingefallen.

Die Polizei verbreitete über den lokalen Radiosender eine Warnmeldung. Trotzdem gelang es den Betrügern, einen 80-Jährigen um sein Geld zu bringen. Gegen 18 Uhr sprach der Rentner eine zufällig vorbei kommende Streifenwagenbesatzung an. Etwa 30 Minuten vorher hatte er einen hohen Bargeldbetrag an einen falschen Kurier übergeben. Im Rahmen seiner polizeilichen Befragung kam das Ausmaß des leider erfolgreich gewesenen Betrugs, der eine drastische Variante des "Enkeltrickbetrugs" darstellt, ans Licht. So hatte der Mann Stunden zuvor einen Anruf einer Frau erhalten, die ihm gegenüber glaubhaft auf die Übergabe einer hohen Kaution drängte, denn seine Tochter habe einen tödlichen Unfall verursacht und müsse ansonsten festgenommen werden.

Im Vorspiegeln falscher Tatsachen sind Telefonbetrüger geübt und haben auf jede Verdachtsfrage immer eine scheinbar plausible Antwort. Und so war es auch hier. Der Senior wurde über eine so lange Zeit geschickt am Telefon gehalten, bis der angekündigte Kurier bei ihm vor der Türe stand. Der Rest war Sekundensache: Der Unbekannte nahm das Geld und verschwand.

Zeugen gesucht

Die sofort nach Bekanntwerden der Tat durch die Polizei veranlasste Fahndung blieb bislang ohne Erfolg. Deswegen wird hier gezielt nach verdächtigen Beobachtungen zu Personen oder Fahrzeugen gefragt, die sich im Zeitraum insbesondere von 16.30 Uhr bis 17.30 Uhr im nahen Umfeld der innerstädtischen Bonner Straße aufgehalten haben könnten. Der an der Tat beteiligte "Kurier" kann mit "etwa 175 cm Körpergröße, schlanke Statur, schwarz gekleidet und Kapuzenpulli" auch nur grob beschrieben werden. Sachdienliche Hinweise nimmt die Kreispolizeibehörde unter der Rufnummer 02421/949-0 entgegen.

Die Polizei warnt ausdrücklich vor diesen immer wieder durch neue Facetten angereicherten Betrugsfällen in Form von "Schockanrufen":

  • Seien Sie misstrauisch, wenn ein unbekannter Anrufer Sie mit einem beunruhigenden Sachverhalt - wie etwa dem Unfall eines Angehörigen - konfrontiert und Geld von Ihnen fordert. 
  • Hinterfragen Sie die Richtigkeit der Angaben und nehmen Sie umgehend selbst Kontakt mit Ihren Angehörigen auf.
  • Geben Sie keine Details zu Ihren Vermögensverhältnissen preis.
  • Geben Sie niemals Geld an unbekannte Personen heraus.
  • Informieren Sie im Zweifelsfall immer die Polizei über die Notrufnummer 110.
(red/pol)