Kreis Düren: Berufskolleg ist fahrradfreundlichste Schule des Kreises

Kreis Düren : Berufskolleg ist fahrradfreundlichste Schule des Kreises

Was macht eine Schule fahrradfreundlich? Wer bei dieser Frage zuerst an Fahrradständer denkt, dürfte von den Schulen aus dem Kreis Düren, die bei einem bundesweiten Wettbewerb zur Fahrradfreundlichkeit teilnahmen, überrascht werden.

Dort, so sagt Georg Schmitz von der Initiative ProRad Düren, herrschen nämlich in Sachen Abstellmöglichkeiten „wüste Zustände“. Häufig stünden nicht genug Fahrradständer zur Verfügung und viel zu oft gebe es nur „Felgenkiller“, in die das Vorderrad eingeschoben wird, statt Fahrradbügeln, an denen das gesamte Rad sicher anlehnt.

Infrastrukturell gibt es also bei den vier Schulen Luft nach oben, rein inhaltlich ist das Thema Fahrrad bei ihnen aber schon weit vorne. Mit ihren ganz unterschiedlichen Bemühungen und Projekten bewarben sich die Schulen bei dem Wettbewerb „Deutschlands fahrradfreundlichste Schule“ der Initiative „AKTIONfahrRAD“. Die Ergebnisse des Bundesentscheids werden am Pfingstsamstag, 19. Mai, beim „Bike Festival“ in Willingen verkündet.

Auf lokaler Ebene hat aber eine eigene Jury schon am Mittwoch einen Sieger für den Kreis Düren ernannt.

Initiiert von Georg Schmitz (siehe „Kurz gefragt“) nahm eine neunköpfige Jury, bestehend aus Mobilitätsspezialisten verschiedener Organisationen, die Schulen und ihre Projekte unter die Lupe.

Mit ganz knappem Vorsprung setzte sich das Dürener Berufskolleg Kaufmännische Schulen mit seinem Gesamtkonzept durch. Während die anderen Schulen Einzelschwerpunkte setzten, gab es beim Berufskolleg gleich eine Vielzahl an Bemühungen. In der umfangreichen Bewerbung schilderten die Verantwortlichen ihre Anstrengungen, die Fahrradständer wieder oberirdisch auf dem Gelände unterzubringen, damit das Fahrradfahren im Schulalltag sichtbarer wird.

Zudem gab es im vergangenen Jahr eine Schulradtour an der Rur, eine Klasse gestaltete Plakate, welche die Vorteile des Radfahrens herausstellten, und es stehen einige „Diensträder“ zur Verfügung, welche von Lehrern und Schülern ausgeliehen werden können.

Gleich bei zwei Schulen steht hingegen der sportliche Aspekt des Radfahrens im Fokus. Am Dürener Burgau-Gymnasium gibt es in Zusammenarbeit mit dem Radsportverein (RSV) Düren eine Radsport-AG. Lehrer Christoph Dreuw leitet diese seit vier Jahren und gibt seine eigene Rennradbegeisterung an die Schüler weiter.

Was er als größte Schwierigkeit ansieht? Die Zeit. „Die AG ist gut besetzt, aber leider nicht bei den höheren Jahrgängen, weil da der Nachmittagsunterricht wenig Freiraum lässt. Ich hoffe, dass sich das mit G9 wieder entspannt.“

Sportlich geht es auch an der Sekundarschule Kreuzau/Nideggen zu. Hier schwingen sich die Schüler aber nicht auf Rennräder, sondern sind seit 2013 mit Mountainbikes unterwegs. Auf den schuleigenen Rädern machen sie 90-minütige Touren rund um Kreuzau und durch die Eifel.

Neben der Bewegung in der Natur, der Zusammenarbeit im Team und dem Ausdauertraining stehen hierbei auch leichte technische Sprünge und Freeride auf dem Programm.

Weniger sportlich als vielmehr technisch und sozial ist das Thema Fahrradfreundlichkeit an der Realschule Wernerstraße in Düren aufgehangen. In deren Fahrradwerkstatt trifft sich wöchentlich eine Rad-Reparatur-AG. Hilfe zur Selbsthilfe ist hier das Motto. Neben technischen Tipps hat Schulseelsorger Rudi Hürtgen aber auch immer ein offenes Ohr, wenn die Schüler einen Ansprechpartner brauchen.

Neben dem Berufskolleg als kreisweitem Gewinner gibt es noch für eine weitere Schule eine Ehrung: Wie schon bekanntwurde, bekommt die Sekundarschule Kreuzau/Nideggen beim Bundesentscheid für ihre Bemühungen den Sonderpreis in der Kategorie „Beginners“.

Wie sich all diese Projekte weiterentwickeln und was in Sachen Fahrradfreundlichkeit zukünftig geschieht, möchte ProRad in zwei bis drei Jahren unter die Lupe nehmen. Dann soll es erneut eine lokale Wertung des jährlich stattfindenden Bundeswettbewerbs geben.

(wel)
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