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Düren: Bernd Werscheck will sich seine Spieler vorknöpfen

Düren : Bernd Werscheck will sich seine Spieler vorknöpfen

Diese Woche könnte ungemütlich für die Spieler des Volleyball-Bundesligisten Evivo Düren werden: „Ich werde mir jeden einzelnen Spieler vorknöpfen”, kündigte Bernd Werscheck am Sonntagvormittag an.

Die Laune des Trainers hatte sich nach der 1:3-Niederlage am Samstag beim Moerser SC (siehe auch Hauptsport) kaum gebessert. Wie im Januar 2003 drückte der Aufsteiger die Stimmung im Dürener Lager. Enttäuschten Fans musste Werscheck nach der Verlustpartie Rede und Antwort stehen wie auch illustren Koryphäen der bundesdeutschen Volleyballszene.

Eigentlich war die Analyse einfach: „Der MSC hat sehr gut gespielt. Er hat sehr gut aufgeschlagen. Er hat mit viel mehr Herz agiert. Diego Gutierrez hat seine Angreifer geschickt eingesetzt und Georg Grozer unseren Block einfach ignoriert.”

Georg Grozer: Eigentlich sollte er Freitag unter das Messer. Doch die Ärzte gaben grünes Licht. Da die Knieprobleme nicht vom Meniskus herrühren, durfte er schmettern.

Zwar wurde er während diverser Spielunterbrechungen mehrfach behandelt, agierte spätestens ab dem dritten Satz mit großen Schmerzen, doch diese Unbill hinderte ihn nicht, mit Aufschlägen und Schmetterbällen Evivo oft genug unlösbare Probleme zu bereiten: „Heute haben wir einen richtigen Diagonalangreifer gesehen. Eine derart starke Leistung habe ich in der Liga noch nicht beobachtet”, befand Werscheck.

Sein spielender Co-Trainer hatte kommentarlos die Rheinkamphalle verlassen. Doch auch Sonntag war Sven Antons Enttäuschung noch nicht verraucht: „Wenn wir gegen Diego, Alexander Mimouh und Jochen Neumann spielen, dann muss jeder unbedingt gewinnen wollen, müssen wir mit Biss in die Partie gehen. Aber wir sind eine verweichlichte Internatsmannschaft, der der Kampfgeist fehlte.”

Jeder müsse sich nun an seine eigene Nase fassen, jeder sich auf seine Aufgabe konzentrierten. Außerdem gelte es, das Saisonziel neu zu definieren: „Wir müssen uns nun den Allerwertesten aufreißen, um zu den sechs Teams der Top-Ligarunde zu gehören.”

Das heißt: Die Heimspiele müssen auf jeden Fall gewonnen werden. Dazu ist mindestens ein Sieg in der Fremde nötig - in Wuppertal oder Mendig.