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Obermaubach: Beißender Qualm stoppt Rurtalbahn-Sprinter

Obermaubach : Beißender Qualm stoppt Rurtalbahn-Sprinter

Ein mit 210 Personen, in der Mehrzahl Schüler, besetzter Zug der Rurtalbahn wurde am Montagmorgen nach einem technischen Defekt auf der Fahrt von Heimbach nach Düren gestoppt.

Als beißender Rauch in den dritten Wagen des Zuges eindrang, war die Fahrt in Obermaubach jäh zu Ende. Auslöser des Zwischenfalls war eine heiß gelaufene Bremse.

Etwa 61 Kinder und Jugendliche begaben sich in ärztliche Behandlung. Die Polizei nahm am Montag die Ermittlungen auf. Am Mittag nahm die Rurtalbahn GmbH zu dem technischen Defekt in einer Pressekonferenz im Kreishaus Stellung.

Der RegioSprinter war am Morgen gegen 7.15 Uhr in so genannter Dreier-Traktion in Richtung Kreisstadt unterwegs, als in Höhe des Stausees Obermaubach Rauch unter einem Wagen hervorquoll.

Der Fahrer stoppte den Zug und setzte einen Feuerlöscher gegen den beißenden Qualm ein. Der Einsatz der vorsorglich alarmierten Feuerwehr war nach Angaben der Rurtalbahn GmbH nicht mehr erforderlich.

Als Ursache für den Zwischenfall gibt das Unternehmen einen technischen Defekt an. Ein Bremsbelag hatte sich bei der Anfahrt des Zuges nicht vollständig von der Bremsscheibe gelöst. Die durch Reibung entstandene Hitze ließ eine Leitung der Pneumatik des Getriebes durchschmoren und führte zur Rauchentwicklung unter dem Fahrzeug.

Eine Gefahr für die Passagiere habe zu keinem Zeitpunkt bestanden, erklärte das Bahnunternehmen. Die Feuerwehr habe zunächst „keine Personenschäden festgestellt”.

Erst später habe ein Kreuzauer Schüler berichtet, ihm sei schwindelig, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn gegenüber der Presse. Erst daraufhin hätten auch andere Kinder über Beschwerden wie Kopf- oder Bauchschmerzen geklagt.

Die Schulleitung von Gymnasium und Realschule Kreuzau ließ die 61 Schüler ins St. Augustinus-Krankenhaus Lendersdorf bringen, das mit dem Ansturm offenbar überfordert war. 20 Kinder seien daraufhin ins St. Marien-Hospital Birkesdorf und 26 ins Krankenhaus Düren gebracht worden, sagte der Leitende Notarzt im Kreis Düren, Dr. Hans Göntgen.

Auf die Frage nach der Art der Verletzungen sprach der Notarzt von minimalen Raucheinwirkungen. Einige Fahrgäste hätten möglicherweise Rauchgase eingeatmet, „vielleicht handelt es sich auch nur um Reaktionen auf den beißenden Gestank, der durch das verkohlte Gummi entstanden ist.”

Man untersuche die Schüler vorsorglich. Es handele sich in vielen Fällen um „unspezifische Symptome”. Göntgen ging davon aus, dass die meisten Schüler am Abend oder spätestens nach 24 Stunden wieder zu Hause seien.

Die Rurtalbahn setzte nach dem Zwischenfall von 7.30 bis 8.30 Uhr ab Obermaubach ersatzweise Busse und Taxen ein, um ihre Fahrgäste zur Schule oder zum Arbeitsplatz zu befördern.

In den Mittagsstunden erschienen Beamte der Kriminalpolizei in der Zentralwerkstatt des Verkehrsunternehmens an der Kölner Landstraße, um den Zug zu inspizieren. Zu diesem Zeitpunkt stand der RegioSprinter schon auf der Hebebühne.

Zwischenzeitlich hat auch das Eisenbahnbundesamt Ermittlungen aufgenommen. Und der Fahrer, der mit dem Einsatz des Feuerlöschers den Schaden begrenzt hatte, war längst wieder unterwegs, in einem RegioSprinter auf der Rurtalbahn-Strecke.