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Huchem-Stammeln: Beißender Qualm durch brennenden Unrat

Huchem-Stammeln : Beißender Qualm durch brennenden Unrat

Die Bewohner der Eintrachtstraße 18 in Huchem-Stammeln haben Angst.

Zum zweiten Mal binnen neun Tagen brannte es am Dienstagabend im Keller des Mehrfamilienhauses, in dem 31 Sinti gemeldet sind.

Obwohl erste Ermittlungen am Brandort ergeben haben, dass das Feuer fahrlässig oder vorsätzlich ausgelöst wurde, schließen Polizei und Staatsanwaltschaft einen fremdenfeindlichen Hintergrund aus. Die krimaltechnischen Untersuchungen dauern an.

Nach Angaben der Feuerwehr stand erneut Unrat im Keller des Mehrfamilienhauses in Flammen. Brennende Matratzen und Reifen sorgten für beißenden Qualm, der den Fluchtweg durch das Treppenhaus versperrte.

Als die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Niederzier mit rund 75 Kräften und der Rettungsdienst, für den nach den Erfahrungen aus der Brandkatastrophe in Jülich vor fünf Wochen Großalarm ausgelöst worden war, gegen 21 Uhr eintrafen, hatte sich ein Großteil der Bewohner bereits auf die Balkone in Sicherheit gebracht.

Sie wurden über Leitern gerettet, andere von der Feuerwehr mit so genannten Fluchthauben durch das Treppenhaus geschleust. Trotzdem mussten 15 Personen mit Anzeichen einer Rauchvergiftung behandelt werden.

Während einige nach ambulanter Behandlung das Krankenhaus wieder verlassen konnten, wurden acht Kinder im Alter bis elf Jahren stationär aufgenommen. Eine ältere Bewohnerin wurde mit Verdacht auf Herzinfarkt eingeliefert.

Für die Rettungskräfte war der Einsatz bereits der zweite in der Eintrachtstraße 18 an diesem Abend. Nach einem böswilligen Alarm kurz vorher wurde es ernst.

Das Treiben in und um das Mehrfamilienhaus, das dem Vernehmen nach einem Geilenkirchener gehört, sorgt bereits seit längerem für Aufsehen in der Nachbarschaft. Erst im Sommer ließen die Behörden tonnenweise Müll aus dem Haus, insbesondere dem Keller, und den angrenzenden Freiflächen entfernen. Ratten hatten sich eingenistet.

Und auch beim ersten Brand am vorletzten Sonntag musste sich die Feuerwehr erst durch Müllberge zum Brandherd vorkämpfen.

Nach einer Begehung haben die Behörden bis Mittwochabend geprüft, ob das Haus weiter bewohnbar ist. Probleme bereitete neben dem Brandgeruch vor allem der bei dem Feuer beschädigte Stromanschluss.