Düren: Beim Peter-und-Paul-Lauf drehen 1400 Runden mit Peter Borsdorff

Düren : Beim Peter-und-Paul-Lauf drehen 1400 Runden mit Peter Borsdorff

„Nutella, wir brauchen noch mehr Nutellabrote.“ Die Brötchen mit dem süßen Belag waren am Freitagabend besonders gefragt. „Wir brauchen noch mehr Nachschub“, riefen sich die Frauen zu, die beim Peter und Paul-Lauf nicht auf der Rennbahn unterwegs sind, sondern im Hintergrund beim Broteschmieren dafür sorgen, dass die Läufer bei Kräften bleiben, um viele Runden für den guten Zweck zu drehen.

Und so war auf der Strecke auch die ein oder andere schokoverschmierte Schnute zu sehen.

Einmal mehr hat der Peter und Paul-Lauf Hunderte Läufer aus der Region in das Stadion des Dürener Turnvereins an der Dr.-Overhues-Allee gelockt. Unzählige Paar Turnschuhe wirbelten Runde für Runde Staub auf, und die Läufer boten ein kunterbuntes Bild auf der Asche. Kinder, Erwachsene und Senioren haben ihre Turnschuhe für die gute Sache geschnürt.

Jeder, der Lust und Zeit hat, kann beim Peter- und Paul-Lauf mitmachen — egal, ob schnell, langsam, zu Fuß, mit Kinderwagen oder Rollstuhl. Egal, ob auf dem Arm, in der Tragetasche fürs Kleinkind oder sogar auf dem Laufrädchen. Besonders bewegend ist es, wenn Menschen, die, obwohl sie selbst körperlich eingeschränkt sind, ihre Runden für andere drehen.

Auch Kinder, die Peter Borsdorff schon unterstützt hat, machten bei der großen Laufaktion mit. Firmen, Vereine und Verbände waren an den Start gegangen. Sponsoren sorgen für das Rundengeld und Verpflegung, statt Startgeld werden Spenden erbeten — und viele helfende Hände machen die Aktion erst möglich.

Sibille Dienstknecht wusste nach drei Stunden, was ihre Finger geleistet hatten: Mit Klicks registriert sie nämlich seit Jahren die gelaufenen Runden auf einem kleinen Zählgerät. Und obwohl es nicht um die sportliche Höchstleistung, sondern um das Gemeinschaftswerk „möglichst viele Runden“ ging, legte manch einer eine erstaunliche Rundenzahl und Schnelligkeit an den Tag. Zwischen 17 und 20 Uhr hatten die etwa 1400 Läufer 38.762 Runden gedreht und waren damit 15.505 Kilometer gelaufen, teilte Borsdorff am Samstag mit. „Unglaubliche 53.064,97 Euro konnten wir mit dem 20. Peter und Paul-Lauf zusammentragen“, freute sich der Läufer.

„Nun kann ich in den nächsten Wochen und Monaten weiterhin vielen Kindern ein wenig helfen.“ Möglich ist die Aktion aber nur, weil neben dem Läufer auch etliche andere Helfer mit anpacken. So zum Beispiel Anna Mpartsioka, die mit ihren Mitstreiterinnen 1600 Brötchenhälften belegte: „Die Aktion von Peter ist eine tolle Sache. Und beim Peter und Paul-Lauf kann wirklich jeder nach seinen Möglichkeiten helfen.“

Für sie ist es keine Frage, dass auch sie ihren Beitrag leisten möchte. Ebenso wie Manuela Debby, die schon seit Jahren beim Peter- und Paul-Lauf zum Brötchenmesser greift: „Wenn jeder ein bisschen mit anpackt, kann man sehr viel erreichen. Dafür ist dieser Abend ein gutes Beispiel.“ Peter Borsdorff ist auch schon für ihren Neffen gelaufen — „und da möchte ich auch etwas zurückgeben“.

Mit dem Erlös des 20. Peter- und Paul-Lauf bewegt sich Borsdorff wieder ein gutes Stück auf die zwei Millionen-Marke zu, die er dann schon für Kinder gesammelt hat. Und natürlich war auch Bürgermeister Paul Larue, der zweite Namensgeber des Laufes, mit am Start, dessen CDU-Wahlkampfteam vor 20 Jahren die Idee zu dem ersten Lauf für einen guten Zweck hatte.

Noch am Abend des Laufes hat Peter Borsdorff 31 Einrichtungen, Vereine und Institutionen aus der Region mit jeweils 500 Euro unterstützt, außerdem gab es zwölf größere Spenden für „besondere Fälle“ im Gesamtwert von 16.250 Euro.