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Baustelle an der Grundschule in Golzheim verärgert Eltern

Ärger um Kita-Bau : Folien verhindern, dass Schüler auf Baustelle blicken

Der Schulhof der Grundschule Golzheim ist seit Anfang Mai mit einem Bauzaun zweigeteilt: Auf der einen Seite sind die Zufahrt zur Baustelle und Ablageflächen für Baumaterial, auf der anderen Seite die Spielfläche für die Kinder.

Neben dem Schulgebäude entsteht voraussichtlich bis zum Frühsommer 2020 ein Anbau, in dem eine Kita untergebracht werden soll. Was für Außenstehende eine normale Baustelle ist, ist für einige Betroffene eine Belastung.

Der Baustart sei für Schüler und Lehrer mit gewaltigen Einschränkungen einhergegangen, sagt Schulleiterin Ursula May. Geräuschkulisse, Ablenkung, Laster auf dem Schulweg und der eingeschränkte Spielbereich sind Punkte, die manche Eltern kritisieren. Eine Großmutter macht ihrem Unmut Luft: „Kinder, Eltern und das Kollegium sind dem Treiben hilflos ausgesetzt. Es ist unmöglich, welchen Stress die Kinder haben.“

Aus Erfahrung weiß die Schulleiterin: „Es gibt Kinder, die auf die Geräusche empfindlich reagieren.“ Die Geräuschkulisse ändert sich abhängig von den Arbeiten von Tag zu Tag. In mancher Woche kommt kein Lastwagen, an anderen Tagen erreichen drei hintereinander das Gelände. Bei Klassenarbeiten oder an den drei Tagen der Lernstandserhebung seien die Baustellengeräusche laut May eine Belastung gewesen.

Von einer „optischen Belästigung“ könne aber kaum die Rede sein, schließlich sei eine Baustelle für die Kinder auch spannend. Damit sie nicht während des Unterrichts abgelenkt werden, wurden die Fenster der Klassenzimmer bis zur Hälfte mit lichtdurchlässiger Folie abge­k­lebt. „Kinder sind heutzutage leicht ablenkbar“, sagt May.

Während die Schüler noch nicht wegen der Baustelle das Gespräch mit der Schulleiterin gesucht haben, beobachten manche Eltern das Geschehen kritisch. „Einige sind besorgt, dass ihren Kindern auf dem Schulweg etwas passiert“, sagt May. Die Situation habe sich aber seit Mitte Mai verbessert. Wie auf jeder Baustelle habe es Probleme gegeben, sagt Bürgermeister Georg Gelhausen (CDU) „aber die Prozesse laufen entsprechend“. Er unterstreicht, dass es Ziel sei, dass die Bauarbeiten den Schulbetrieb nicht stören, „aber das lässt sich nicht völlig lautlos umsetzen“, ergänzt er. Gelhausen betont, dass der Bau ein „wichtiger strategischer Baustein für Golzheim“ sei, da Bildungsmöglichkeiten unter einem Dach gebündelt würden. Mit Kritik könne sich jeder, auch aus der Elternschaft, an die Verwaltung oder die Schulleitung wenden.

Rathaus und Schule arbeiten dabei eng zusammen. May sagt: „Wir hatten schon Gesprächsrunden mit dem Bürgermeister, dem Schulverwaltungsamt, Elternvertretern und dem Architekten. Wenn hier irgendwas Kritisches ist, dann informiere ich unsere Ansprechpartner bei der Gemeinde. Mein Gefühl ist, dass die Verwaltung und der Architekt bemüht sind, die Dinge zeitnah zu bearbeiten und aus dem Weg zu räumen.“

Angesichts dessen, dass noch nicht absehbar ist, wann die zweite vorgesehene Bauphase abgeschlossen sein wird, hoffen May und ihre sieben Kollegen, dass der Großteil der jetzigen Schüler nicht nur das umgebaute Gebäude, sondern auch den sanierten Schulhof noch mitbekommen wird.

(wel)