Niederzier: Baumängel: Gemeinde will Flüchtlingsunterkünfte abreißen

Niederzier: Baumängel: Gemeinde will Flüchtlingsunterkünfte abreißen

Die in den 90er Jahren in Leichtbauweise errichteten Flüchtlingsunterkünfte am Heideweg und an der Selhausener Straße in Oberzier weisen zum Teil von den Bewohner selbst mitverschuldete hygienische Mängel auf und sind so baufällig, dass sie abgerissen werden sollen.

Das hat die turnusgemäße Überprüfung aller gemeindlichen Flüchtlingsunterkünfte seitens des Kreis-Gesundheitsamtes ergeben. In einer Sitzungsvorlage führt die Verwaltung aus, dass die Mängel teilweise so schwerwiegend seien, dass eine Sanierung finanziell nicht zu vertreten wäre und auch technisch nicht mehr durchführbar sei.

Während der Pachtvertrag für das angemietete Grundstück am Heideweg nicht mehr verlängert werden soll, will sich die Gemeinde die Option offenhalten, auf dem gemeindeeigenen Grundstück an der Selhausener Straße ein neues Wohnhaus für Flüchtlinge mit Bleibeperspektive zu erreichten, sollte die Kommune in Zukunft noch deutlich mehr Hilfesuchende aufnehmen müssen.

Aktuell sind in den kommunalen Unterkünften rund 145 Personen untergebracht, weitere in angemieteten Wohnungen. Damit liegt die sogenannte Erfüllungsquote der Gemeinde Niederzier bei knapp über 50 Prozent. Rein rechnerisch wäre sie damit verpflichtet, noch weitere 70 Flüchtlinge aufzunehmen.

Verteilung auf andere Häuser

Die bisher in Oberzier untergebrachten Asylbewerber sollen auf andere Einrichtungen in der Gemeinde verteilt werden — Einzelpersonen auf das ehemalige Kasino am Weiherhof in Niederzier, die damit vorerst nicht geschlossen werden kann, Familien in der Unterkunft an der Stammelner Straße im Huchem-Stammeln sowie in der neuen Einrichtung an der Grundschule in Ellen. Wenn die neue Unterkunft an der Trifft-straße in Hambach bis zum Jahresende fertiggestellt ist, sollen aus Sicht der Verwaltung auch dort vorrangig Familien untergebracht werden.

(ja)
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