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Inden: Bauherren sollen Schöpfung bewahren

Inden : Bauherren sollen Schöpfung bewahren

Wenn schon, denn schon: Wer sich - einmal im Leben - den Traum vom eigenen Haus erfüllt und unter die Bauherren geht, der ist geneigt, sein künftiges Domizil individuell zu gestalten.

Erker, Gauben und eine schöne Verblendung geben dem Haus dann vielfach ein unverwechselbares Aussehen. Die Regionalstelle Düren im Bistum Aachen möchte das Augenmerk künftiger Bauherren jetzt auf innere Werte lenken: Mit einer Informationsveranstaltung, die am Mittwoch, 14. Januar, 19.30 Uhr, im Pfarrheim an der Hauptstraße 7 in Inden/Altdorf stattfindet, werben die Katholiken für ein Ressourcen schonendes, also nachhaltiges Bauen.

Angesprochen sind in erster Linie jene Pierer Tagebau-Umsiedler, die in der Gemeinde Inden wohnen bleiben wollen und sich deshalb mit einem Bauprojekt in den neuen Wohngebieten „Waagmühle” und „Gut Müllenark” tragen. Adressaten sind aber auch alle Architekten und Handwerker, die letztlich dafür zu sorgen haben, dass zukunftsträchtiges Bauen in die Tat umgesetzt wird.

„Die Zeit des Theoretisierens ist vorbei. Jetzt geht es um die Praxis”, sind sich Regionaldekan Hans-Otto von Danwitz und Josef Schraven, Leiter der Regionalstelle in Düren, einig. Was der Regionaltag 2003 bekräftigt hat - die Bewahrung der Schöpfung als inhaltlicher Schwerpunkt der Katholiken an der Rur - soll nun in alltägliches Handeln umgesetzt werden. Als Partner dient dabei der bundesweit tätige Verein zur Förderung kirchlicher Umweltberatung, kurz FKU.

„Umweltschutz heißt Geldsparen”, nannte FKU-Mitglied Reiner Lövenich aus Lamersdorf vor der Presse ein weiteres wichtiges Argument. An besagtem Mittwoch wollen die Regionalstelle, der FKU sowie Dr. Karl-Heinz Kurze als Umweltbeauftragter des Bistums den Häuslebauern prägnant präsentieren, was man heute auf freiwilliger Basis zur Schonung von endlichen Ressourcen leisten kann. Die Palette ist breit: Nutzung von Regenwasser, Aufheizung des Brauchwassers per Sonnenenergie, Erzeugung von Solarstrom per Photovoltaikanlage, Nutzung der Erdwärme oder von Holzpellets zu Heizzwecken, optimale Wärmedämmung.

„Es geht darum, mit einem möglichst geringen Ressourcenverbrauch auszukommen”, warb das Trio für intelligentes Knausern ohne Komfortverzicht. Reiner Lövenich, kirchlicher Umweltberater in Diensten des Bistums Aachen: „Es wird prognostiziert, dass die Öl- und Gasvorräte in 30 bis 50 Jahren aufgebraucht sind. Die Energiepreise werden entsprechend steigen. Deshalb lohnt es sich auch finanziell, alternative Konzepte zu verwirklichen.”

Am Mittwochabend wollen die Kirchenvertreter auch den weiteren Informationsbedarf ermitteln. So sollen im Frühjahr Besichtigungsfahrten angeboten werden. Angesteuert werden vorbildliche Objekte, die zum Maßnehmen dienen. Von Danwitz: „Uns geht es darum, die Menschen zu sensibilisieren.” Also: Erker und Gauben sind schön, aber beim Bauen geht es um weit mehr.