Düren: „Bauernleid - Bauernfreud”: Historisches Referat wird zum Publikums-Hit

Düren: „Bauernleid - Bauernfreud”: Historisches Referat wird zum Publikums-Hit

Frank Stupp zuzuhören ist eine Freunde. Denn der Leverkusener Historiker ist Rheinländer. Und also kann er erzählen. Eine Probe dieses mit wissenschaftlicher Detailkenntnis gemischten Fabuliertalentes gab der Gast, im Zivilberuf für den Auftritt seiner Heimatstadt im Internet mit zuständig, bei seinem Vortrag im Dürener Stadtmuseum an der Arnoldsweilerstraße mit dem Titel „Bauernleid - Bauernfreud”.

Das Referat, Stupps zweites in der Kreisstadt, erwies sich schon im Vornherein als absoluter Publikumshit. Immer wieder, bis kurz vor Beginn, musste das Team der Ehrenamtler um Bernd Hahne nachbestuhlen. Denn wenn Frank Stupp, sind süffig präsentierte Erkenntnisse aus eigener Forschung angesagt - und eine Wissenschaft, bei der es nicht staubt.

Lernen lässt sich beim Leverkusener auch etwas, und das nicht zu knapp. Die Geschichte des ehemaligen Amtes Nörvenich hat es diesem Freund der fröhlichen Bildung besonders angetan. So zögerte Stupp nicht lange und erzählte: „Aus der Sicht des Preußen ist hier das landwirtschaftliche Paradies”, meinte der Referent mit Blick auf die Reiseberichte des Koblenzer Agrarwissenschaftlers und Regierungsrates Johann Nepomuk Hubert von Schwerz (1759-1844), die Stupp unter anderem für seinen Vortrag ausgewertet hat. Ein weiterer „Zulieferer” für die Ausführungen des Gastes war im Übrigen der Nörvenicher Müller Reiner Bardenheuer, der in seinen Aufzeichnungen ausführlich über Preis- und Wetterentwicklung in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts berichtet.

Immer wieder zeichnete Frank Stupp in seiner gut verständlichen und damit leicht zugänglichen Sprache ohne verstiegene Intellektualität ein lebendiges Zeitbild der ländlichen Gesellschaft in den letzten Jahren des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Dass, falls der Weizen nicht bis zum festgesetzten Termin vom Feld geholt worden war, der Dorfhirte die Zäune einreißen und das Vieh auf den Acker treiben durfte - das alles und noch mehr erfuhren die vielen Zuhörer im überfüllten Stadtmuseum von dem überaus beredten Referenten.

Wie sehr das teilweise von weit außerhalb angereiste Publikum den nächsten Vortrag Stupps (ein Name, der nach Wollersheim und in die umliegenden Dörfer verweist) herbeisehnt: Darüber gab der kräftige Schlussapplaus Aufschluss.