Barrierefreiheit kontra Denkmalschutz: Treppenlift auf Schloss Burgau

Treppenlift auf Schloss Burgau : Steht Denkmalschutz der Barrierefreiheit im Weg?

Schloss Burgau wird von vielen Menschen genutzt, barrierefrei ist die historische Anlage jedoch keineswegs. Der Vereinsring Düren-Niederau wünscht sich aus diesem Grund einen Treppenlift im Bürgerhaus. Dies könnte jedoch das Amt für Denkmalschutz auf den Plan rufen. Immerhin: Vom Tisch ist der Wunsch des Vereinsrings noch nicht, weil ihn die Ratsparteien unterstützen.

Der Vereinsring hat sich bereits im vergangenen Jahr an den Bezirksausschuss Niederau mit der Bitte gewandt, einen Treppenlift installieren zu können, mit dem die Clubräume auch für Menschen mit Gehbehinderung erreicht werden können. Die Räume des Vereinsrings sind in der ersten Etage des Seitenflügels von Schloss Burgau zu finden, jedoch nur über eine Treppe zu erreichen. Zwischen 19.000 und 24.000 Euro würde eine solche Anlage kosten, errechnete der Verein.

Dem Wunsch schloss sich die CDU mit einem Antrag an: Die Dürener Verwaltung soll prüfen, welche Möglichkeiten für einen barrierefreien Zugang in Schloss Burgau bestehen. Die Antwort stellte jedoch weder den Verein noch die Kommunalpolitiker zufrieden. Der zuständige Amtsleiter Helmut Harperscheidt sieht den Einbau eines Treppenlift aus baurechtlichen Gründen und wegen des Brandschutzes kritisch.

Die Alternative sieht eine Aufzugsanlage vor, die allerdings deutlich teurer ist. „Die Baukosten würden insgesamt ein Investitionsvolumen von rund 150.000 bis 200.000 Euro verursachen“, heißt es in der Verwaltungsvorlage für den Verkehrs- und Bauausschuss. Darüber hinaus mahnt Harperscheidt, dass der Denkmalschutz zu beachten sei. Die Behörde müsse prüfen, ob die Barrierefreiheit notwendig sei.

In Schloss Burgau wurde eine Behindertentoilette installiert, die von Besuchern genutzt werrden kann. Die Räume sind jedoch nicht barrierefrei. „Unsere Räume werden auch von älteren Menschen genutzt“, teilte Florian Demski vom Vereinsring Düren-Niederau im Ausschuss mit.

Finanziell könnte der Einbau eines Treppenlifts noch deutlich günstiger werden. Die Christdemokraten verweisen auf ein Landesprogramm unter dem Titel „Heimat.Zukunft.Nordrhein-Westfalen". Gegenstand der Förderung seien einzelne Projekte und Maßnahmen zur Stiftung, Stärkung und Erhalt lokaler Identität, die Gemeinschaft stärken und Menschen miteinander verbinden. „Gefördert wird das Engagement von Vereinen, Organisationen, Initiativen und Kommunen zur Gestaltung unserer vielfältigen Heimat in Nordrhein-Westfalen“, zitiert die CDU das Förderprogramm. Man könne auch Investitionen in Gebäude, Plätze und den öffentlichen Raum fördern.

Letztlich erhielt die Verwaltung den Auftrag, den Antrag „wohlwollend“ zu prüfen. Das Ergebnis ist offen.