Düren: Barmherzigkeit hat eine Adresse

Düren: Barmherzigkeit hat eine Adresse

„Was den Besuchern hier entgegenstrahlt, ist die Menschlichkeit.” Hubert Cremer, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Düren, weiß, wovon er spricht. Mehr als 30 Jahre spielte sich sein Berufsleben teilweise auf Bahnhöfen ab. Daher kennt der ehemalige Eisenbahner die Bahnhofsmission.

Und er weiß deren Wirken zu schätzen. Im Bahnhof Düren öffnete die Bahnhofsmission jetzt „zum zweiten Mal in wenigen Monaten” ihre Räumlichkeiten, sagte Sieghild von Gagern als Vorsitzende des Trägervereins „In Via”.

Ein Brand im Herbst des vergangenen Jahres beschädigte die gerade erst renovierten Räume der Bahnhofsmission an Gleis 1 erheblich. „Wir konnten unseren Besuchern damals nur mit wenig Kraft Hilfe geben”, bedauerte die „In-Via”-Vorsitzende und lobte das Engagement der ehrenamtlichen Mitarbeiter, die trotz widriger Arbeitsbedingungen „die biblischen Werte der Barmherzigkeit vermittelten und Menschen in Not sofort Hilfe leisteten”.

Seit 1993 ist der Verein „In Via” Träger der Bahnhofsmission in Düren. Eine Einrichtung, die dort schon lange vor dem Zweiten Weltkrieg bestand. Nach dem Zweiten Weltkrieg als ökumenische Einrichtung betrieben, war über Jahre der Caritasverband der Träger. „Die vielen Talente unserer ehrenamtlichen Mitarbeiter sind die tragenden Säulen der Arbeit”, betonte Sieghild von Gagern. So wurden die Einrichtungsgegenstände für die neuen Räume, in denen es sogar einen Wickelraum gibt, von den „In-Via”- Handwerkern hergestellt.

Hilfe und tröstende Worte

Hier ein tröstendes Wort, dort Hilfe für behinderte Menschen beim Ein- und Ausstieg in die Züge, ein warmes Getränk für wartende Schüler oder einfach nur zuhören können: Die Aufgaben der Bahnhofsmission sind vielfältig, wie Vizebürgermeister Cremer und der stellvertretende Landrat Rudi Frischmuth hervorhoben.

Hubert Cremer kennt das Bild von zahlreichen Bahnhöfen in der Republik. An Feiertagen, wenn andere Ruhe haben, ist der Betrieb in der Bahnhofsmission am größten. Elisabeth Gottschalk, die die Bahnhofsmission leitet, sowie ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben jetzt wieder optimale Bedingungen für ihre Arbeit.

Kirchlicher Segen

Die Freude war dem Team anzumerken. Dazu gab Pfarrer im Ruhestand Gerd Dörenkamp der Einrichtung den kirchlichen Segen, damit Reisenden und Hilfsbedürftigen der biblische Wert der Barmherzigkeit angedeiht werden kann. Die Vertreter zahlreicher sozialer Institutionen sprachen der Bahnhofsmission ihre Glückwünsche aus.

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