Bahnpendler müssen bald überall in Düren zahlen

Kostenloser P&R-Platz fällt zurück an DB : Bahnpendler müssen bald überall in Düren zahlen

Die Zeit des kostenlosen Parkens für Pendler rund um und am Dürener Bahnhof ist Ende des Jahres wohl endgültig vorbei. Schon heute verlangt die Deutsche Bahn auf dem Ludwig-Erhard-Platz an der Bahnhofnordseite (ZOB) eine Tagesgebühr von vier Euro, auf dem benachbarten Parkplatz an der Eisenbahnstraße fallen 2,60 Euro an, auf dem Schotterparkplatz am ehemaligen Güterbahnhof an der Arnoldsweilerstraße drei Euro.

Nur der Ende der 80 Jahre von der Stadt Düren an der Lagerstraße angelegte P&R-Parkplatz (Bahnhofsüdseite) ist gebührenfrei – noch.

Das hatten seinerzeit Stadt und Deutsche Bahn so vereinbart, erklärt Stadtsprecher Helmut Göddertz auf Nachfrage. Doch die 30-jährige Bindungsfrist läuft Ende des Jahres aus. Dann fällt der P&R-Parkplatz – wie seinerzeit vereinbart – zurück an die Deutsche Bahn. Und die hat gegenüber der Stadt bereits signalisiert, dann auch an der Lagerstraße Gebühren erheben zu wollen – zumindest so lange, bis das gesamte Areal an der Bahnhofsüdseite im Zuge des Masterplans neu gestaltet wird.

Und weil schon heute viele Bahnpendler, aber auch Kunden der Arbeitsagentur und Oberstufenschüler der benachbarten Gymnasien auf der Suche nach kostenlosen Parkplätzen in die umliegenden Wohnstraßen ausweichen und dafür sorgen, dass die Anwohner tagsüber keinen Stellplatz mehr finden, startet die Verwaltung nun einen neuen Anlauf zur Einführung der Bewohnerparkzone G.

Die ist zwar Bestandteil eines bereits 1991 vom Stadtrat gefassten Grundsatzbeschlusses zur Schaffung innerstädtischer Bewohnerparkzonen, ihre Einführung aber scheiterte 2007 „aufgrund unüberbrückbarer Differenzen in den politischen Gremien”, wie es in einer Beschlussvorlage heißt, die am kommenden Dienstag, 18. Juni, im Verkehrs- und Bauausschuss (17 Uhr, Rathaus) erstmals diskutiert wird.

Die Bewohnerparkzone G soll begrenzt werden vom Gelände der Bahn/Arnoldsweilerstraße im Norden, der westlichen Seite der Schoellerstraße, der nördlichen Seite von Bismarck- und Schenkelstraße sowie der östlichen Seite der Philippstraße (siehe Grafik). Innerhalb dieser Zone dürften dann nur noch Anwohner mit dem entsprechenden Parkausweis ihre Fahrzeuge kostenlos und zeitlich unbegrenzt abstellen.

An der Bahnhofnordseite verlangt die Bahn bereits seit Jahren Gebühren, aktuell vier Euro pro Tag. Foto: ZVA/Jörg Abels

Nur entlang der Schoellerstraße und „An den Stadtwerken“ ist in der Vorlage der Verwaltung eine Mischnutzung mit Parkscheiben vorgesehen, in allen anderen Wohnstraßen sollen Parkscheinautomaten aufgestellt werden. Dabei soll im südlichen Teil der Zone, die näher zur Innenstadt liegt, eine Höchstparkzeit von zwei Stunden gelten, im nördlichen Bereich sollen es drei Stunden werden.

Zur Umsetzung der Parkscheinpflicht will die Stadt 13 zusätzliche Parkscheinautomaten für insgesamt knapp 120.000 Euro aufstellen. Da so viel Geld für diesen Zweck im Haushalt nicht vorgesehen ist, müsste die Politik knapp 80.000 Euro an Mehrkosten bewilligen, die aus dem Topf „Dorfentwicklung Merken“ kommen sollen, die 2019 nicht mehr begonnen werden kann. Für die Beschilderung werden weitere 10.000 Euro benötigt.

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