Düren: Bäckerei Fuchs meldet Insolvenz an: 165 Arbeitsplätze in Gefahr

Düren: Bäckerei Fuchs meldet Insolvenz an: 165 Arbeitsplätze in Gefahr

Die Großbäckerei Fuchs in Düren ist in akuten Zahlungsschwierigkeiten. Das Amtsgericht Aachen hat das Insolvenzverfahren über die „Meisterbäcker Wwe. Friedrich Fuchs und Söhne GmbH & Co. KG“ mit Sitz an der Nideggener Straße eröffnet und den Dürener Rechtsanwalt Jörg Zumbaum zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

165 Mitarbeiter, die nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten in Aachen zuletzt vergeblich auf ihren Lohn warteten, bangen um ihren Arbeitsplatz.

„Der Geschäftsbetrieb läuft in vollem Umfang weiter“, erklärte Zumbaum am Mittwoch auf Anfrage. Das gelte für die zuletzt vom Amt für Verbraucherschutz des Kreises Düren für mehrere Wochen stillgelegte Produktion wie für den Verkauf in den 27 Fuchs-Filialen in der Region.

Dass während des Produktions-Stopps Ware zugekauft werden musste, sei sicherlich ein Grund für die akute Schieflage, erklärte Zumbaum. Kunden hätten nicht mehr die ihnen vertraute Ware in den Läden erhalten und wären ferngeblieben. Aber dies sei nicht der einzige Grund. „Auch ohne die vorübergehende Schließung war die Krise in Sicht“, verweist der vorläufige Insolvenzverwalter auf einen hart umkämpften Markt mit vielen Konkurrenten und einen Verdrängungswettbewerb, in dem es ein kleines Unternehmen mit „nur“ 27 Filialen schwer habe, sich zu behaupten.

Firmenintern aber seien auch notwendige Restrukturierungsmaßnahmen nicht schnell und konsequent genug eingeleitet worden. „Man darf nicht einfach warten, bis sich die Großwetterlage ändert, sondern muss agieren.“ Das will Zumbaum jetzt umsetzen.

Ziel sei es, das Unternehmen trotz des schwierigen Marktumfelds so schnell wie möglich wieder in die Gewinnzone zu führen, betonte Zumbaum. Das ist dem Dürener schon einmal gelungen. Schon im Jahr 2003 musste die Großbäckerei Fuchs mit Schulden in Millionenhöhe Konkurs anmelden. Damals sei allerdings die allgemeine Lage für Bäckereien noch günstiger gewesen, erinnert sich der vorläufige Insolvenzverwalter.

Von mehr als 70 Filialen blieben damals nur gut 20 erhalten. Ob jetzt wieder Standorte geschlossen werden müssen, will Zumbaum nicht ausschließen, betont aber, dass es mit der Aufgabe von Filialen nicht getan sei. Produktion und Verkauf seien eng miteinander verknüpft. Auch einen etwaigen Verkauf will er zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließen.

Zumbaum hat sich in den vergangenen Tagen ein Bild vom Zustand des Unternehmens gemacht und will nun in den kommenden Tagen und Wochen einen Sanierungsplan aufstellen.