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Düren: Backpapierhersteller Metsä Tissue investiert 15 Millionen Euro in Dürener Werk

Düren : Backpapierhersteller Metsä Tissue investiert 15 Millionen Euro in Dürener Werk

Mariusz Jędrzejewski, bei Metsä Tissue verantwortlich für den Bereich Back- und Kochpapiere, spricht von einem „starken positiven Signal für die Zukunft des Standorts Düren“. Bis Anfang 2019 investiert der finnische Papierhersteller 15 Millionen Euro in sein Werk an der Veldener Straße.

Ziel sei es, die Produktionskapazität von derzeit 26.000 Tonnen im Jahr auf 36.000 Tonnen zu erhöhen, erklärt Werksleiter Michael Barth. Damit reagiert Metsä Tissue auf seit Jahren steigende Nachfrage nach Back- und Kochpapieren, von der der finnische Konzern überproportional profitiert.

In einem weltweit jährlich um drei bis vier Prozent wachsenden Markt konnte Metsä Tissue zwischen fünf und acht Prozent pro Jahr zulegen, erklärt Jędrzejewski. „Mit unseren beiden Werken in Düren und im finnischen Mänttä sind wir jetzt an die Kapazitätsgrenze gestoßen“, ergänzt Barth.

Die Entscheidung, in Düren zu investieren, hat mehrere Gründe. Zum einen sei die Infrastruktur ideal und die 2010 von der Konzernschwester M-Real gekaufte und anschließend umgebaut Papiermaschine 5 (PM 5) habe noch Reserven, zum anderen liege Düren logistisch gesehen für Metsä Tissue ideal. Mit verhältnismäßig geringem Aufwand können die Produkte, die in 70 Länder weltweit verkauft werden, mit Lkw auch zu den großen Seehäfen transportiert werden, erklärt Mariusz Jędrzejewski.

Um die Produktion um mehr als 30 Prozent zu steigern, will Metsä Tissue vor allem die Geschwindigkeit der PM 5 erhöhen. Schon heute gehört die Papiermaschine mit einer Produktionsgeschwindigkeit von 510 Metern in der Minute zu den schnellsten im Bereich Koch- und Backpapiere. „In Zukunft wird sie die schnellste sein“, kündigt der Geschäftsführer an.

Weitere Automatisierungen

Um das Ziel zu erreichen, wird Metsä Tissue in die Technik der PM 5 investieren. Sie soll schneller und effizienter werden, ohne das die Qualität des Produktes leidet. Dazu kommen noch weitere Automatisierungen, zum Beispiel in der Zellstoff-Zulieferung. Die Vorarbeiten werden noch in diesem Jahr beginnen und Anfang 2018 fortgesetzt. Der eigentliche Umbau soll dann im September 2018 erfolgen. „Wir werden dann die Geschwindigkeit Schritt für Schritt erhöhen und ab 2019 mit der höheren Kapazität an den Markt gehen“, kündigt Barth an.

Seit der Übernahme der PM 5 von der Konzerntochter M-Real im Jahr 2010 ist die Belegschaft am Standort Düren sukzessive gewachsen, von 90 auf derzeit rund 120 Mitarbeiter. Produziert wird in einem Fünf-Schicht-System an rund 350 Tagen im Jahr rund um die Uhr.

Als einziger Hersteller von Back- und Kochpapieren verarbeitet Metsä Tissue die Ware auch direkt vor Ort. Mit der Kapazitätserweiterung ist ein weiterer Stellenzuwachs geplant, betont Mariusz Jędrzejewski. Wie viele neue Arbeitsplätze entstehen, stehe aber noch nicht fest. Zudem laufen derzeit Gespräche mit dem Nachbarunternehmen Reflex, das dortige Hochregellager, das reaktiviert werden soll, mitzunutzen, erklärt Michael Barth.

Aber auch in Zukunft werde man das Außenlager an der Stockheimer Landstraße weiter nutzen. Von dort aus werden vor allem Kunden bedient, die neben Backpapieren auch die in Kreuzau-Obermaubach produzierten Papiertücher (Toilettenpapiere, Küchenrollen etc.) von Metsä Tissue beziehen.