Nörvenich/Düren: Auto der Lebensgefährtin angezündet? Arzt sagt aus

Nörvenich/Düren: Auto der Lebensgefährtin angezündet? Arzt sagt aus

Bei der juristischen Aufarbeitung eines angezündeten Autos ging es nun um die Frage, wie gefährlich diese Tat für Unbeteiligte war oder hätte sein können. Die Staatsanwaltschaft hat einen 52-Jährigen aus Dortmund angeklagt, nachdem am 9. September 2015 kurz nach 13 Uhr das Fahrzeug seiner Ex-Lebensgefährtin ausgebrannt war.

Der Angeklagte hatte bereits zu Prozessbeginn ausgesagt, ein Zufallsbekannter hätte für ihn überraschend mit einem Stein eine Scheibe eingeworfen und das Fahrzeuginnere in Brand gesetzt.

Ein Facharzt für Rechtsmedizin schilderte vor dem Dürener Schöffengericht, dass beim Verbrennen von Kunststoffen, wie sie in und an Fahrzeugen verwendet werden, auch toxische Substanzen freigesetzt werden. So habe das Einatmen von geruchslosem Kohlenmonoxid, das entstehe, wenn Material nicht vollständig verbrennt, etwa bei Wohnungsbränden oft tödliche Folgen. Deshalb legten die Feuerwehrleute in solchen Fällen auch schweren Atemschutz an.

Innere Erstickung drohe zudem durch Zyanide, die etwa durch verbrennende Kunststoffe freigesetzt würden. Allerdings werde ein Mensch in solchen Fällen durch heftige Atemreizung, Unwohlsein oder Kopfschmerzen schnell gewarnt. In all diesen Fällen sei natürlich die Konzentration der Schadstoffe relevant. Vor diesem Hintergrund sei es eher ein Vorteil gewesen, dass das Auto draußen vor dem Haus abbrannte. Dadurch hätten sich die gefährlichen Gase schnell verflüchtigen können.

Ins Stocken geriet der Prozess wegen eines nicht erschienenen Zeugen, den die auf dem Postweg zugestellte Ladung vermutlich zu spät erreichte. Der Mann sei, so teilte die Vorsitzende Richterin Verena Neft mit, auf Montage und soll nun erneut geladen werden. Der Prozess wird im Juni fortgesetzt.

(hp)