Düren: Ausstellung im MultiKulti beschäftigt sich mit Rechtsextremismus

Düren : Ausstellung im MultiKulti beschäftigt sich mit Rechtsextremismus

An den Wänden sieht man ein Netz, gewebt zwischen Bildern Texten und Plakaten. Die roten Fäden reichen hin und her und kreuzen sich — sie zeigen Verbindungen. So werden in der Ausstellung „Fragen an den Rechts-Staat“, die am Samstag im Jugendzentrum MultiKulti der Evangelischen Gemeinde zu Düren eröffnet wurde, verschiedene Themenbereiche wie Rechtsextremismus, Subkulturen und Rechtsterrorismus dargestellt.

Designt wurde die Ausstellung von Robert. Seinen vollen Namen möchte er nicht nennen, zu groß ist die Angst vor Übergriffen aus der rechten Szene. Eine vorherige Ausstellung in Düsseldorf wurde bereits verwüstet, weshalb Robert jetzt nur noch mit Ausdrucken und ohne Glasrahmen arbeitet. Er hatte sich in seiner Bachelorarbeit mit dem Thema rechtsextremer Subkulturen beschäftigt und daraufhin die Ausstellung gestaltet.

„Grundsätzlich sollen hier die Hintergründe des NSU aufgezeigt werden“, erklärt er. „Die Ausstellung zeigt die tiefgreifenden Strukturen, die diese Subkultur ausmachen und soll Fragen aufwerfen.“ Für den größten Teil der Ausstellung benutzt Robert die Technik des so genannten „Crime Mapping“, zu Deutsch in etwa das Erstellen einer Kriminalitätskarte. Sie zeigt von AfD bis NSU verschiedenste Verbindungen und Verstrickungen der rechten Szene.

Verschwörungstheorien

Außerdem soll über Verschwörungstheorien und die Wertvorstellungen von rechtsextremen nachgedacht werden. Mithilfe von QR-Codes, die in die Ausstellung eingebunden sind, können die Besucher außerdem auf zusätzliche digitale Materialien zugreifen.

Zur Eröffnung erklärte Robert seine Ausstellung. Er erzählte außerdem von seiner Kindheit in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Ostberlin, wo er zum ersten Mal mit dem Thema Rechtsextremismus in Kontakt kam.

„Fragen an den Rechts-Staat“ ist für Jugendliche ab 15 Jahren und Erwachsene ausgelegt. Sie ist für Interessierte noch bis zum 2. Juli im Multikulti zu sehen. Gruppen und Schulklassen können außerdem weitere Termine vereinbaren. Bei Interesse stehen Maria Horn (Telefon 02421/2770853, E-Mail an multikulti-dn@online.de) und Peter Kirschbaum (Telefon 02421/3889499, E-Mail an kirschbaum@duerener-buendnis.de) als Ansprechpartner zur Verfügung.

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