Heimbach: Ausstellung im Heimbacher Kunstraum Schöller

Heimbach: Ausstellung im Heimbacher Kunstraum Schöller

Der erste Eindruck ist oft ein bleibender: Im Heimbacher Kunstraum Schöller haben sich deshalb zwei Künstlerinnen und zwei Künstler Gedanken gemacht, wie sie zur Freude der Besucher ihre Objekte so platzieren können, dass sie gefallen und keines von ihnen das Objekt des Nachbarn dominiert.

In einer gemeinsamen Ausstellung präsentieren die vier Künstler ihre sehr unterschiedlichen Stile. Siegfried Victors Gemälde — kleinformatig, mittelformatig, durchaus beeindruckend die Großformate — sind gerahmt, einige hinter Glas.

Die Rahmen lassen sich zunächst nicht einordnen, fallen aus dem üblichen Muster raus. Doch der Maler erklärt ihr Aussehen: „Ich nehme einfache Baulatten, hoble und streiche sie, fertig“, erklärt er dem neugierigen Besucher. Siegfried Victor, durch und durch Handwerker, malt seit etwa 40 Jahren, hat bisher aber noch keine Ausstellung bestritten.

Mit Acryl auf Leinwand präsentieren sich seine Werke akkurat, teilweise surrealistisch. „Einschreitende Roboter“ ist ein Bild benannt. Von zwei Seiten drängen sich andeutungsweise zwei gelenkige Holzbeine vor zwei Stühle. Auf einem Bild steht eine Amphore. Dann sind dort surreale Strandimpressionen — Steine, Muscheln, Strand und Himmel in Brauntönen.

Auf einem anderen Bild ein wuscheliger Kuhkopf. Er wird von zwei anderen Kuhköpfen bedrängt. Auch sie wollen gemalt werden. Ernst Bernhauser ist ein erfahrener Aussteller. Seiner Liebe zu Kreide, Pastell und Aquarell sowie ihren Mixtechniken ist er treu geblieben. Bescheiden hängen seine eindrucksvollen bunten Impressionen an einer langen Wand. Bernhauser, wohnhaft in Heimbach-Hasenfeld, mag Stillleben und Landschaften.

Neu in der Heimbacher Kunstszene ist Ute Liedtke, ihres Zeichens diplomierte Designerin. Unter dem Titel „Wortart“ strukturiert sie Dinge, die in irgendeiner Form mit „Wort“ zu tun haben, mit Farbe und Form. Für ihre Schöpfungen verwendet Liedtke unter anderem Draht, Steine, Pappe, Leinwand, Muscheln. Ein Gast der Vernissage, eine junge Frau, sagte, sie könne beim Betrachten einiger Objekte Liedtkes meditieren. „Sie erzeugen in mir“, so sagt sie, „Ruhe und Stille.“

Liedtke selbst sieht sich als Visionärin, die versucht, mit Hilfe von Fotografie, digitalen Techniken und herkömmlichen Abläufen Gegenwart zu verstehen und ein Stück Zukunft zu gestalten.

Die vierte Künstlerin im Bund ist Michaela Hurtz, ortsansässige Floristin, die dem Ausstellungsraum mit ihren kunstvollen Girlanden, Blumen und Dekorationen einen freundlich-verbindenden Charakter verleiht. Gitarrist Georg Kaiser begleitete die Vernissage „Parallelen“ mit irischen und schottischen Volksweisen. Die Ausstellung ist bis zum 3. Januar geöffnet und kann freitags, samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr besucht werden.

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