Außergewöhnliches Konzert in der Schmidter Pfarrkirche

Querflötenmusik : Drei Freunde, die gemeinsam musizieren

Als zum Schluss eines begeisternden Konzertes die Zuhörer sich von ihren Plätzen erhoben, um zu applaudieren, fiel die Anspannung von den drei Künstlern sichtlich ab. Das Flötenkonzert, das das Trio AMI am Sonntag in der Schmidter Pfarrkirche gab, wurde ein musikalisches Highlight und ein großer Erfolg.

Freudig begrüßte Ingo Koch, der aus Schmidt kommt und zusammen mit Anne-Ruth Brockhaus und Marie-Luise Kerkau das Trio AMI bildet, die vielen Gäste; über 100 Musikfreunde waren zur Kirche St. Hubertus gekommen, um die Drei und ihr meisterliches Querflötenspiel zu erleben. Er erläuterte, dass der Name „AMI“ sich aus den Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen zusammensetze, dass aber auch das französische Wort „ami“ (Freund) für die tiefe Freundschaft stehe, die die drei Musiker verbindet. „Wir sind davon überzeugt, dass unsere gute persönliche Beziehung zu einem besonders harmonischen Zusammenspiel führt“, sagte er.

Davon konnten sich die Besucher überzeugen, zunächst beim Vortrag der Sonate G-Dur von Joseph Bodin de Boismortier. In den vier Sätzen kamen die Flöten spielerisch und munter daher, aber auch langsam schreitend oder tastend. In der „Gigue“ im vierten Satz eilten sie mit hellen Tönen davon. Anne-Ruth Brockhaus erklärte, dass der Komponist für seine eingängigen und dabei vielseitigen Stücke bekannt sei.

Ihre Spielfreude und Virtuosität bewiesen die drei Flötisten auch im „Premier Trio“ von Friedrich Kuhlau; dabei staunten die Zuhörer, mit welcher Kraft sich der Klang im Kirchenraum ausbreitete und wie die Drei mit scheinbarer Leichtigkeit, jedoch höchster Konzentration musizierten. Starker Beifall belohnte den Vortrag.

In sein „Capriccio brillante“ habe Leonardo de Lorenzo „alles reingepackt, was Flöten können“, sagte Anne-Ruth Brockhaus, „laut und leise, hoch und tief – das gesamte Spektrum des Flötenklangs. Wir versuchen jetzt, mit dem letzten Stück zu brillieren!“ Und das gelang: Hoch, hell und frohlockend floss die Melodie flink hinauf und hinab, ergoss sich in schwärmerischen Harmonien, um fließend und wellengleich den Raum zu erfüllen – ein fantasievolles und berührendes Capriccio.

Nach dem stürmischen Applaus gab es noch eine scherzhafte Zugabe für Genießer: Zu Schuberts „Forelle“ hatte sich Sefton Cottom Variationen ausgedacht, da erkannte man unter anderem die Kleine Nachtmusik und einen Tango. Mit Dankesworten an die Kirchengemeinde und alle Unterstützer verabschiedeten sich die drei jungen Flötisten. Sie wurden von allen Seiten beglückwünscht zu ihrem wunderbaren Konzert.

(ale)
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