Kreuzau: Ausschuss diskutiert Antrag der Bürgerinitiative

Kreuzau: Ausschuss diskutiert Antrag der Bürgerinitiative

Die Anträge der Bürgerinitiative „Saubere Luft in Kreuzau” werden am Dienstagabend (18 Uhr) im Bau- und Planungsausschuss der Gemeinde diskutiert.

„Es muss endlich Schluss sein mit der ständigen Zunahme unzumutbarer Belästigungen und Gefährdungen unserer Gesundheit durch die Erweiterung von industriellen Produktionsstätten”, schrieb die Initiative im November in einem Brief an alle Kreuzauer.

Sie kritisiert die „Änderungen und Erweiterungen der Produktionskapazitäten” in den vergangenen zehn Jahren und hat die Änderung des Bebauungsplanes und den Erlass einer Veränderungssperre beantragt, „zur Vermeidung der weiteren Zunahme von Immissionen (Lärm, Gerüche, Lkw-Verkehr)”. Die Kosten einer Änderung des Bebauungsplanes würden die Gemeindekasse mit 100.000 Euro belasten.

Städtebaulicher Vertrag

Deswegen schlägt die Verwaltung in ihrer Vorlage vor, den Antrag der Bürgerinitiative abzulehnen. Stattdessen will sie einen städtebaulichen Vertrag mit der Niederauer Mühle abschließen. „Wir sind bereit, einen städtebaulichen Vertrag abzuschließen, in dem sich das Unternehmen verpflichtet, keine zusätzliche dritte Papiermaschine im Plangebiet zu errichten und auf eine Abfallverbrennung in dem Heizkraftwerk der Papierfabrik zu verzichten”, heißt es in einem Schreiben der Niederauer Mühle an die Gemeinde. Zudem zeigt sich das Unternehmen in dem Schreiben bereit, auf eine Erhöhung der Verarbeitungsmenge gebrauchter Getränkekartons zu verzichten.

Mittwoch diskutiert der Umweltausschuss, der Hauptausschuss tagt am 12. Juni, der Rat entscheidet am 26. Juni (jeweils 19 Uhr). Die Bürgerinitiative fordert die Kreuzauer auf, die Sitzungen zu besuchen: „Zeigen Sie Flagge.”

Ein weiteres Thema der Ausschusssitzung wird die Ausweisung von Konzentrationsflächen für die Windkraft sein. Eine Firma aus Erkelenz hat das Gemeindegebiet auf geeignete Flächen untersucht. Laut der Untersuchung kommt eine Fläche nordöstlich von Stockheim, eine westlich von Thum und eine östlich von Thum in Frage. Bis zu 13 Windräder könnten entstehen.

Die Dürener Firma REA hatte die Änderung des Flächennutzungsplanes beantragt. Die Gemeinde möchte mit den Anlagen einen Beitrag zur Energiewende leisten und verspricht sich zudem „beachtliche finanzielle Erträge” über die Gewerbesteuer. Auch Bürgerenergieanlagen seien möglich. Im nächsten Schritt soll die Öffentlichkeit frühzeitig informiert und beteiligt werden.

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