Nörvenich: Aus für „Fort Karl“

Nörvenich: Aus für „Fort Karl“

Das Unbehagen war deutlich zu spüren. Und betraf alle Mitglieder des Haupt-, Finanz- und Umweltausschusses des Rates der Gemeinde Nörvenich: „Wir tun uns sehr schwer“, formulierte CDU-Sprecher Stephan Küpper die Gemütslage. Aber es führt kein Weg dran vorbei.

Der Kinderspielplatz „Fort Karl“ am Kreuzberg in Nörvenich wird geschlossen und nun auch abgeräumt.

Der Grund für die Schließung liegt auf der Hand und wurde von Bürgermeister Hans-Jürgen Schüller auf den Punkt gebracht. „Ich wohne in der Nähe. Ein Kind habe ich dort schon lange nicht mehr gesehen“, sagte der Bürgermeister und stellte sich damit klar auf die Seite derer, die den Spielplatz abschaffen wollen.

Erst 2010 war der Spielplatz, der vor vielen Jahren mit sehr viel Eigenleistung der Anwohner hergestellt wurde, mit Geld aus dem Konjunkturpaket II aufgemöbelt worden. „Das hat alles nichts genutzt, es fehlen einfach die Kinder als Benutzer“, so der Bürgermeister mit Resignation in der Stimme.

Längst erwachsen

Die Kinder der jungen Familien, derenthalben der Platz damals gebaut wurde, sind in der Tat längst erwachsen. Die Folge: Der Spielplatz wurde mehr und mehr zum Treffpunkt von Jugendlichen und jungen Erwachsene, „die dort ungestört Alkohol und Rauschmittel zu sich nehmen können“, wie SPD-Ratsherr Günter Eulberg in dem Antrag auf Schließung des Platzes schrieb.

Auch haben Anwohner und die Verwaltung feststellen müssen, dass sich Vandalismus auf dem Platz breit macht. Die relativ neuen Spielgeräte, die jetzt abgebaut werden müssen, können aber gut andernorts verwendet werden, so wurde den Politikern im Ausschuss mitgeteilt.

Einzig Werner Schering von Bündnis 90/die Grünen sprach sich gegen die Schließung des Platzes aus. „Kinderspielplätze zu schließen ist das falsche Signal. Vielleicht kommen ja wieder junge Familien…“, formulierte er eine vage Hoffnung.

Die Ausschussmitglieder empfahlen gegen Scherings Stimme dem Gemeinderat die Schließung. Wenn im Rat nicht anders entschieden wird, und das ist unwahrscheinlich, dann bedeutet das das Aus für den kürzlich erst hergerichteten Spielplatz.

Mehr von Aachener Zeitung