Langerwehe: Aus Frust über Eltern: 23-Jähriger legt Bahnverkehr lahm

Langerwehe: Aus Frust über Eltern: 23-Jähriger legt Bahnverkehr lahm

Aus Frust über seine Eltern hat ein 23-Jähriger am Sonntagabend den Bahnverkehr zwischen Köln und Aachen teilweise lahmgelegt. Er hielt sich über einen längeren Zeitraum im Gleisbett auf und muss nun mit einer Schadensersatzforderung der Deutschen Bahn rechnen.

Am Sonntagabend gegen 18.35 Uhr wurde die Bundespolizei darüber informiert, dass sich auf der Strecke zwischen Köln und Aachen in Höhe der Ortschaft D'Horn bei Langerwehe eine Person im Gleisbereich aufhält.

Wie die Bundespolizei mitteilt, musste der Lokführer einer Regionalbahn deshalb seinen Zug anhalten. Der Lokführer forderte den Mann auf, den Gleisbereich zu verlassen. Der 23-Jährige ignorierte diese Aufforderung jedoch und blieb im Schotterbett sitzen. Die Bundespolizei ordnete für diesen Bereich das Fahren auf Sicht an. Gegen 19.15 Uhr erreichte eine Streife den Streckenabschnitt und fand den Düsseldorfer versteckt in einem Gebüsch.

Die Beamten konnte eine Suizidabsicht bei dem jungen Mann ausschließen. Wie er angab, hatten seine Eltern ihn vor zwei Wochen vor die Tür gesetzt. Da er nicht wusste, wohin er soll, wäre er daher im Gleisbett „gestrandet“, heißt es im Pressebericht der Bundespolizei.

Gegen den Mann wurde ein Bußgeldverfahren wegen Störung des Eisenbahnbetriebes und wegen unbefugten Aufenthaltes im Gleisbereich eingeleitet. Neben einem Bußgeld muss er auch noch mit einer Schadensersatzforderung der Deutschen Bahn rechnen, denn durch seine Aktion kam es bei elf Zügen zu insgesamt 82 Minuten Verspätungen.

Auf seinen Wunsch wurde der Mann vorübergehend in einer Obdachlosenunterkunft in Düren untergebracht.

(red/pol)
Mehr von Aachener Zeitung