„Sherpa Trophy“: Auf kleiner großer Abenteuerfahrt in 1:10

„Sherpa Trophy“ : Auf kleiner großer Abenteuerfahrt in 1:10

Zum zehnten Mal gehen Modellgeländewagen bei der „Sherpa Trophy“ an den Start. Die Vorbereitungen für diese besondere Ausfahrt gehen bis ins kleinste Detail. Es ist nicht einfach nur ein Rennen, sondern ein Abenteuer mit Rollenspielcharakter und viel Humor.

Es klingt ein bisschen wie die Handlung eines Indiana-Jones-Films. Eine Gruppe von unermüdlichen Abenteurern folgt dem Vermächtnis des geheimnisvollen Sam Oht rund um den Globus. Auf dem Weg überwinden sie in unwegsamem Gelände Hindernisse und lösen Rätsel. Hier zählt Teamwork und Einfallsreichtum.

Diese Geschichte kommt allerdings nicht aus der Feder von Hollywood-Autoren, sondern von einer Gruppe enthusiastischer Modellbauer, denen „einfach nur Rennen fahren“ irgendwann zu langweilig wurde. Ilja Schwarzer und Mirko Peters organisieren mit ihrem insgesamt siebenköpfigen Team die „Sherpa-Trophy“, eine mehrtägige Ausfahrt mit ferngesteuerten Geländewagen im Maßstab 1:10.

Die Strecke führt bei der zehnten Ausgabe der „Trophy“ in den Himalaja. Als Kulisse dient dafür der Engelsblick in Kreuzau-Schlagstein, der ausgestattet mit den richtigen Bühnenbildern zur asiatischen Wildnis wird. Mit viel Liebe zum Detail planen die Geländewagenfans das motorisierte Abenteuer bereits seit Januar. „Der Reiz ist es, die Fahrzeuge auch so zu bewegen, wie es zu ihnen passt“, sagt Schwarzer. „Sozusagen artgerecht.“

Dabei gibt es einiges zu beachten, denn der Wagen soll eben nicht nur aussehen wie ein Großer. So ist zum Beispiel die Geschwindigkeit von normalen Modell­autos viel schneller, als eigentlich im Maßstab 1:10 normal wäre. Auch die technische Ausstattung geht bis ins letzte Detail, von Licht über Seilwinden bis hin zu beweglichen Lenkrädern.

Kindheitstraum erfüllt

Für Ilja Schwarzer ist dieses Hobby die Erfüllung eines Kindheitstraumes. Der 42-Jährige beschäftigt sich seit fast 20 Jahren mit dem realistischen Modellbau und organisiert seit zehn Jahren die Geländefahrten. Diese orientieren sich an der „Camel Trophy“, einer Rallye-Serie mit Expeditionscharakter, die in den 1980er Jahren in den Dschungeln und Wüsten der Welt ausgetragen wurde. „Viele unserer Fahrer würden so eine Tour wohl auch gerne einmal in einem großen Auto bestreiten“, sagt Schwarzer. „Würde man hier in Deutschland aber einfach ins Gelände starten, fände man sich wohl schnell auf einem Feld oder in einem Dorf wieder.“ Im Maßstab 1:10 ist allerdings mehr als genug Platz für die Abenteuerfahrt und so wird der Traum eben im Kleinen ausgelebt.

Damit das Erlebnis besonders authentisch ist, gibt es für die Fahrer einige Regeln zu beachten. Die wichtigste davon: „Die Hand Gottes gibt es nicht.“ Das bedeutet, dass die kleinen Wagen genau so behandelt werden wie echte Autos. Wer also umkippt, darf das Modellauto nicht einfach wieder auf die Reifen stellen. Die Mitfahrer müssen mit Seilwinde und vereinter Zugkraft helfen. Zu den Kniffen der Fahrer gehört auch das richtige Abwägen des Risikos, eben ganz wie beim echten Auto.

Die Geschichte rund um die Fahrt ist ähnlich aufgebaut, wie man das von Rollenspielen zum Beispiel in einem Mittelalter- oder Fantasy-Kontext kennt. Schwarzer und Peters haben dafür bereits Pässe zur Einreise nach Asien gebastelt, eine kleine Führerscheinprüfung mitsamt Theorie aufgesetzt und unzählige Überraschungen und Aufgabe auf der Strecke angelegt, immer mit einer guten Portion Humor. Beide sind sich einig: Ihre „Trophy“ ist „eine Bühne für ein Abenteuer und die Fahrer sind die Schauspieler“.