Düren: Auf der Plattform jmd4you können junge Migranten Fragen stellen

Düren: Auf der Plattform jmd4you können junge Migranten Fragen stellen

Keine Frage, zu fast allen Themen gibt es im Internet Antworten, Foren und Blogs. Nur die Qualität der Aussagen - um es vorsichtig zu formulieren - schwankt dabei gewaltig. Im weltweiten Netz wimmelt es von Experten - auch solchen, die sich selbst dazu ernannt haben.

Gerade bei sensiblen und sehr persönlichen Fragen ist es daher wichtig, dass Fachleute die Antworten geben. Aus diesem Grund gibt es nun im Internet eine trägerübergreifende Plattform zur Begleitung junger Migranten.

„Unter http://www.jmd4you.de können Jugendliche anonym und kostenlos ihre Fragen stellen”, erklärt Anke Niederschulte vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in Düren das neue Portal.

Sie gehört zu den bundesweit 400 Beratern von sechs Trägern, die den Jugendlichen und deren Eltern zur Seite stehen. An diesem Projekt beteiligt sind unter anderem auch die Arbeiterwohlfahrt, der Paritätische Wohlfahrtsverband und die Evangelische Kirche, berichtet die SkF-Mitarbeiterin.

Das Spektrum der Fragen ist breit gefächert. Sie reichen von Problemen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz über Fragen zum Aufenthaltsstatus bis hin zum täglichen Behörden-Hindernislauf.

Mehrsprachige Beratungen

„Das Angebot ist besonders auf junge Menschen mit Migrationshintergrund zugeschnitten”, sagt Anke Niederschule. Die Beratungen werden daher auch in verschiedenen Sprachen angeboten, zudem gibt es zu verschiedenen Themen auch Chat-Runden.

Die Online-Plattform stehe aber auch anderen Jugendlichen zur Verfügung. Das Angebot ist kostenlos und anonym - einzige Voraussetzung ist eine Registrierung mit einem frei gewählten Benutzernamen.

Bei der ersten Frage wird dem Nutzer automatisch ein Berater zugeteilt. „Innerhalb von 48 Stunden muss dessen Antwort im elektronischen Postfach liegen”, sagt Anke Niederschulte.

Fragesteller und Experte bleiben so lange in elektronischem Briefkontakt, bis die Frage geklärt ist - oder bei Bedarf ein spezielles Beratungsangebot in der Nähe des Fragestellers vermittelt werden konnte.

„Die klassische Beratung bei den einzelnen Jugendmigrationsdiensten ist nicht unbedingt immer die erste Wahl”, weiß Anke Niederschulte. Oftmals sei die Hemmschwelle zu groß, um den Beratern Angesicht zu Angesicht Fragen zu stellen. Im Internet gehe das leichter.

Nach der ersten Kontaktaufnahme sei ja nicht ausgeschlossen, dass die Nutzer der Internet-Plattform später auch das Angebot vor Ort nutzen.

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