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Nörvenich: Auf der Jagd durch das Maislabyrinth

Nörvenich : Auf der Jagd durch das Maislabyrinth

Zweieinhalb Meter misst ihre Gestalt, mindestens. Das übertrifft meine Körpergröße um beinahe einen Meter.

Selbst mit ausgestreckter Hand und auf Zehenspitzen habe ich keine Chance, ihr oberes Ende zu berühren. Stattdessen scheinen sie von oben auf mich herab zuschauen und sich aneinander festzuhalten, um mir ja kein Durchlassen zu gewähren. So stehe ich, den Blick auf ein nicht enden wollendes grünes Pflanzenmeer gerichtet, inmitten des Maislabyrinths im Bubenheimer Spieleland.

„Hier geht auch schon mal einer verloren.” Mit diesen Worten zum Abschied dreht sich Klaus Schmitz-Peiffer, Betreiber des Kinderfreizeitparkes, um, lacht und lässt mich und meinen Orientierungssinn alleine zurück. Viele Tipps zum möglichst effektiven Durchstöbern des Irrgartens konnte mir Schmitz-Peiffer zuvor nicht an die Hand geben. „Man sollte sich nur versuchen zu merken, welche Wege man schon gegangen ist.”

Na, das ist doch was. Kann ja nicht so schwer sein. Die Worte Schmitz-Peiffers noch gut im Ohr und eine Stempelkarte in meiner Hand, breche ich frohen Mutes auf, alle zehn versteckten Stempel, die jeweils einen Buchstaben des Lösungswortes preisgeben, zu finden.

Ich gehe rechts, links, rechts, folge dem Weg ein langes Stück und schon bald frage ich mich, ob ich wohl die einzige Stempeljägerin bin. Denn die verwinkelten Wege gestatten keinen weiten Blick in die Ferne und dort herumirrende Miteiferer.

Hinter der nächsten Abbiegung aber läuft mir ebenso einer schon in die Arme. „Da hinten ist die fünf, musst nur noch mal links.” Dankbar für die Hilfe des kleinen Jungen, beschleunige ich meinen Schritt und fiebere meinem ersten Stempel entgegen. Noch einmal links. Und tatsächlich, da steht sie: Die Stempelstation Nummer fünf.

Schnell stempel ich das „E” auf meine Karte und mache mich - angespornt durch den ersten kleinen Erfolg - weiter auf den Weg. Immer wieder werfe ich einen konzentrierten Blick in die Seitenwege, um ja nicht ausversehen an einer Stempelstation vorbeizulaufen. Aber Moment: Ich wollte mir doch merken, wo ich schon überall gewesen bin, um nicht doppelt zu laufen. Schließlich umfasst die gesamte Weglänge drei Kilometer - bei einmaligem Begehen! Von meinem Vorhaben ist jedoch nicht mehr viel übrig, ich habe keine Ahnung, ob ich mich im Norden, Süden, Osten oder Westen des Labyrinthes befinde.

Da kommt mir eine der vier auf dem Gelände verteilten Holzkisten gerade recht. Ich klettere auf sie herauf, um mir wieder einen Überblick zu verschaffen. Die Kirche in Jakobswüllenheim und die Wellenrutsche im Spieleland helfen dabei, meinen Orientierungssinn wieder auf den Plan zu rufen. Also geht es weiter, denn es wollen schließlich noch einige Stempel entdeckt werden. Zum wiederholten Male treffe ich unterwegs den kleinen hilfsbereiten Jungen. Sein Stempelzettel weist bedeutend weniger Leerstellen auf als meiner. Es wäre doch gelacht, wenn ich das nicht auch schaffe.