Im Langerweher Töpfereimuseum: Auf dem Eifelmarkt zurück in alte Zeiten

Im Langerweher Töpfereimuseum : Auf dem Eifelmarkt zurück in alte Zeiten

Manchmal macht das Leben Halt. Dann ist es wieder so, wie es sein müsste oder sein sollte. Dann wird Heimat wieder zu einem warmen Gefühl. Der Eifelmarkt im Langerweher Töpfereimuseum und um es herum schafft diesem Gefühl einen Ort, in dem es alle die guten Dinge aus besseren, schönen Zeiten wieder ans Licht bringt.

Dann wird das historische Gebäude am Pastoratsweg zu einem faszinierenden, verlockenden Ort, der die Menschen in Scharen anlockt. So geschehen und gesehen am Sonntag beim Eifelmarkt rund um das Museum. Händler und andere Beschicker aus der Nähe und der Ferne breiteten ihre Ware aus oder stellten sie unter den Augen der Betrachter vor Ort her.

Tischler, Schmiede und andere Meister ihres Faches: Sie alle zeigten ihre Künste live und vor Publikum oder boten für die Kinder Rundfahrten mit alten Traktoren an. Andere Aussteller wiederum waren quasi durch Zufall auf dem Markt: Alexander Neskakis aus Kreuzau kommt regelmäßig mit seinen Kindern zum Töpfern in die Werkstatt des Museums. Irgendwann bekamen es dann seine Gastgeber spitz, dass ihr Besucher etwas Besonderes zu bieten hat: Olivenöl aus Kreta, der Heimat seines Vaters, nämlich. Und schon waren der Kreuzauer und sein in Bonn lebender Bruder Stefan eingeladen, das Öl aus der Umgebung der Hafenstadt Chania in Langerwehe feilzubieten.

Überhaupt bot der Eifelmarkt viel für den verwöhnten Gaumen — Honig aus lokaler Produktion direkt vom Imker, frisches Brot, Reibekuchen, Apfel-Spezialitäten und vieles andere mehr. Absolut gemeinnützig betätigten sich hingegen die Langerweher Pfadfinder, die traditionell den Spüldienst versehen. Mit dabei waren darüber hinaus wieder die Mitglieder der „Wehter Kumpaney“.

Sie waren nicht nur als Musikanten in historischen Gewändern zur Stelle, sondern boten auch kunstvoll gewundene Kränze und andere reizvolle Dinge aus den Materialien von Mutter Natur. Mit der eng verbunden war auch die kleine Herde von Schafen und Ziegen mit ihren Kindern, die ihr Hirte in ein kleines Gatter unter ein paar Bäumen im Innenhof des Museums zusammengetrieben hatte. Ein weiterer Hingucker: stylische Mode, die Mädchen aus Langerwehe im Alter zwischen zehn und 14 Jahren während der Ferienspiele im Sommer gefertigt hatten.

Mit im Spiel waren übrigens nicht nur die, die im oder am Museum Platz finden. Auch in der nahe gelegenen Alten Kirche gab es ein umfangreiches Angebot, angefangen mit dem Gottesdienst zur Eröffnung über Führungen bis hin zum Konzert des Frauenchors der Pfarre St. Martin unter Leitung von Martin Jung zum Ausklang. Was die insgesamt rund 50 Aussteller aus der Eifel und angrenzenden Regionen an den Mann und die Frau zu bringen versuchten, erfuhr so eine angemessene Abrundung.

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