Vettweiß: Auch Vettweiß führt jetzt die Ehrenamtskarte für Helfer ein

Vettweiß : Auch Vettweiß führt jetzt die Ehrenamtskarte für Helfer ein

Titz und Jülich haben sie, die „Ampel“-Koalition in Düren will sie und Vettweiß bekommt sie am 1. August — die Ehrenamtskarte. Seit 2008 vergeben das Land und teilnehmende Kommunen die Karte an Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren. Hauptsächlich gehe es darum, den Einsatz der Ehrenamtlichen zu würdigen, erklärte Andreas Kersting bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages im Vettweißer Rathaus.

Er ist bei der Staatskanzlei des Landes NRW für bürgerschaftliches Engagement zuständig. Kersting fügte an, dass es für die landesweit mehr als 4. 000 Karteninhaber aber auch zahlreiche Vergünstigungen, zum Beispiel bei Museen oder Veranstaltungen, gebe.

So weit ist man in Vettweiß noch nicht. Die Verwaltung arbeitet noch daran, Unterstützer zu finden, die Ehrenamtlichen einen Preisvorteil ermöglichen möchten. Einige Unternehmen haben bereits vorgeschlagen, gemeinsam in einen Fonds einzuzahlen, mit dem Aktionen für die Engagierten finanziert werden könnten. So könnten sich auch Firmen beteiligen, deren Produkte oder Dienstleistungen wenig attraktiv für eine Rabattierung sind.

Wie das Engagement von Unterstützern wird sich auch das Interesse an der Ehrenamtskarte noch zeigen müssen. 60 Vereine gibt es im Gemeindegebiet, allein bei der Feuerwehr wären 130 potenzielle Kandidaten für die Ehrenamtskarte, meint Jürgen Ruskowski, Fraktionsvorsitzender der SPD.

Bürgermeister Joachim Kunth (CDU) hofft, dass die Vereine ab dem 1. August ihre Ehrenamtler dabei unterstützen, die Karten zu beantragen. Das fange beim Publikmachen dieser neuen Möglichkeit an, gehe aber bis hin zu der Vorarbeit bei den nötigen Antragsformularen.

Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Wer kann eine Karte bekommen?

Engagierte Menschen, die mindestens fünf Stunden pro Woche oder 250 Stunden im Jahr ohne pauschale Aufwandsentschädigung ehrenamtlich arbeiten. Dabei spielt es keine Rolle, ob jemand Flüchtlingen hilft, in der Kirche mit anpackt, Aktionen für Kinder auf die Beine stellt oder etwas für die Umwelt tut — jedes Engagement ist gern gesehen. Außerdem kann jemand, der für mehrere Organisationen tätig ist, seine Stunden zusammenrechnen, um auf die Mindeststundenzahl zu kommen. Ob die Aktiven ihr Amt seit einem oder mehreren Jahren innehaben müssen, um eine Karte zu bekommen, entscheidet jede Gemeinde selbst — genau wie die Gültigkeitsdauer der Karte.

Wo gibt es die Karten schon?

In 249 von 396 Kommunen im Land Nordrhein-Westfalen. Vettweiß ist im Kreis Düren die dritte Kommune, die die Ehrenamtskarte einführt. Jülich startete im Februar dieses Jahres und hat mittlerweile 104 Anträge bewilligt. Titz zog im Mai nach und vergab seitdem ebenfalls knapp mehr als 100 Karten. Gleichzeitig mit Vettweiß startet am 1. August auch die Nachbargemeinde Zülpich im Kreis Euskirchen. Dort sind die Interessenten ungeduldig, die ersten Anträge liegen schon vor. In Düren hat die „Ampel“ Anfang Mai beantragt, die Karte einzuführen.

Wer gibt die Karten aus?

Wer in einer Kommune wohnt oder sich dort ehrenamtlich engagiert, wo bereits Ehrenamtskarten vergeben werden, kann einen Antrag bei der jeweiligen Verwaltung stellen. Dabei werden neben den Personalien auch Angaben zum ehrenamtlichen Engagement erfasst. Der Antragsteller muss angeben, welcher Tätigkeit er nachgeht und wie lange die Arbeit dauert. Falls der Ehrenamtliche für eine Organisation tätig ist, muss diese das Engagement bestätigen.

Wo gibt es Vergünstigungen?

Unter anderem bei vielen Landesmuseen, beim GOP Varieté-Theater (zehn Prozent), der Ruhrtriennale (30 Prozent) sowie Führungen im Nationalpark Eifel. Zusätzlich gibt es Sonderaktionen. Zuletzt hatten Karteninhaber die Möglichkeit, Tickets für das Musical „Tarzan“ in Oberhausen für 50 Prozent des Preises zu kaufen.

In Jülich bekommen Ehrenamtskarten-Inhaber unter anderem freien Eintritt in den Brückenkopf-Park, einen kostenfreien Besuch einer Theaterveranstaltung sowie freien Eintritt im Museum Zitadelle. Obwohl in Düren noch keine Ehrenamtskarten vergeben werden, gibt es schon zwei Möglichkeiten, Rabatte bei NRW-weit agierenden Unternehmen zu bekommen. Eine Firma bietet zehn Prozent Rabatt für IT-Hardware, und bei Eröffnung eines neuen Kontos bei einer Bank gibt es ein Startguthaben von 50 Euro.