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Lendersdorf: Auch unliebsame Vierbeiner in Pension

Lendersdorf : Auch unliebsame Vierbeiner in Pension

Einmal Hühnchen mit Reis. In der Hunde- und Katzenpension von Norbert Assmann ist das kein seltener Wunsch von Frauchen oder Herrchen. Allergien und Herzschwäche zwingen eben auch Vierbeiner zur Diät.

„Zur Not spritze ich einem Hund auch Insulin”, erklärt der 45-Jährige. Unter den 20 Pensionsgästen, die Assmann am Rand von Rölsdorf untergebracht hat, sind auch 15 schwer zu vermittelnde Kandidaten: Kampfhunde, für die eine Kommune keinen geeigneten Platz mehr hatte.

Für Assmann überhaupt kein Grund, sich Sorgen zu machen: „Es gibt keine bösen Hunde, nur solche, die von Menschen falsch behandelt wurden.”

Nur ein einziges Mal ist der Dürener von einem Hund gebissen worden. Und das war ausgerechnet ein kleiner Mischling, der vorher nicht auffällig geworden war.

Mit erfahrenem Blick beurteilt Assmann schnell, was für ein Sozialverhalten ein Hund hat, der bei ihm Quartier bezieht. Aggression, Angst und Dominanz-Streben, die häufigsten Beißgründe, sind schnell zu erkennen. Ein bisschen Zuwendung, ein Leckerchen helfen weiter, „denn jeder Hund ist ein soziales Wesen, das Anschluss sucht.”

Falsche Einstellung

Das schlechte Image von Kampfhunden gehe vor allem auf die Einstellung der Besitzer zurück, ist der Hundefan überzeugt. „Es muss doch klar sein, dass ich einen Hund an die Leine nehme, wenn mir beim Spaziergang jemand entgegenkommt!”, gibt Assmann ein Beispiel, das noch nicht Schule gemacht habe.

Richtig ärgern kann sich der Pensionsbesitzer, wenn ein Hund ohne nachzudenken gekauft und bald wieder abgegeben wird: „Der Mensch hat den Hund von der Natur weggezüchtet. Daher hat er auch die Verantwortung, sich um ihn zu kümmern.” Seinen Kunden redet er bei der Erziehung nicht rein, auch wenn er es manchmal besser wüsste, sagt Assmann.

Zur Kundschaft zählen neben Kommunen auch Polizei und Bundesgrenzschutz: „Auch ein Polizeihund braucht mal Urlaub.”

Hauptaugenmerk legt Assmann auf private Kunden, die Waldi und Co. auf Zeit unterbringen, weil Urlaub oder Krankheit eine Versorgung zu Hause unmöglich machen. Neun Euro kostet das pro Tag. Inbegriffen sind ein bis zwei Mahlzeiten, ein mit Hütte plus Heizkissen ausgestatteter Zwinger - und sozialer Anschluss.

Die Gastfreundschaft nutzen einige Kunden aus. Der Hund wird von manchem Besitzer einfach sitzen gelassen. Ein Fall für Polizei und Rechtsanwalt. Und ein Kopfschütteln von Assmann über einen Menschen, der seinem Tier bestimmt kein Huhn mit Reis kocht.