Nideggen: Auch in Zukunft attraktive Märkte bieten

Nideggen: Auch in Zukunft attraktive Märkte bieten

In drei Jahren feiert die Stadt Nideggen ein besonderes Jubiläum: Vor sieben Jahrhunderten wurden der Ansiedlung am Fuße der Burg die Stadtrechte verliehen. Das hatte vor allem eine wirtschaftliche Komponente: Nideggen durfte einen Markt betreiben, ein Privileg, um das die Stadt von umliegende Ortschaften beneidet wurde.

An diese Tradition knüpften vor Jahrzehnten die heutigen Marktbetreiber an. Ein Weihnachtsmarkt, ein Frühlingsmarkt, ein Trödelmarkt und ein Herbstmarkt locken Jahr für Jahr viele Schau- und Kauflustige in das mittelalterliche Städtchen.

Der Marktplatz im Herzen der Stadt beherbergt zu Marktzeiten viele Stände und Buden. Doch nicht alle Händler finden dort Platz, zumal wenn ihre Buden etwas ausladender sind. So wich man in die Zülpicher Straße aus, wo sich das eigentliche Marktgeschehen abspielte.

Sicherheit gewährleisten

Dem schiebt jetzt das Nideggener Ordnungsamt einen Riegel vor. Manfred Kiefer, Leiter des Amtes, kann nicht mehr die Augen davor verschließen, dass teils überdimensionale Buden und Getränkestände bis in die Fahrbahn hineinragen. „Wir dürfen den Markt in dieser Straße nicht mehr genehmigen, weil die Sicherheit der Menschen gefährdet ist”, begründet Kiefer sein Vorgehen.

Rettungsfahrzeuge und Feuerwehrautos hätten keine Chance, rechtzeitig zu einem Brandherd oder Unfallort vorzudringen. Die erste Reaktion vieler Bürger und der Mitglieder der Geschäftsgemeinschaft Nideggen (GGN) war empörtes Unverständnis.

Denn ein Vorschlag von Seiten der Stadt war, die Märkte vor die Tore Nideggens auf dem großen Parkplatz am Zülpicher Tor zu installieren, wo ein großes Areal großzügige Angebote ermöglicht.

„Ein Markt gehört in die Stadt!” Dieser Satz war oft zu vernehmen. Außerdem wurde die Frage laut: Wie sollen denn die Geschäftsleute in der Zülpicher Straße und am Markt von den Märkten profitieren, wenn die Menschen vor den Stadtmauern einkaufen?

Manfred Kiefer hat auch hierfür eine Lösung: Warum nicht Teile der Märkte auf dem Marktplatz an der Linde belassen, vielleicht sogar mit einer kleinen Bühne, auf der attraktive Veranstaltungen die Menschen in die Innenstadt locken würden.

Die Geschäftsleute in der Zülpicher Straße können im Rahmen ihrer jetzigen Nutzfläche Stände und Buden aufbauen, die auf keinen Fall über die Fahrbahn hinausragen dürfen. Auf dem Marktplatz sollen attraktive Buden einen Platz finden, die jedoch nicht den Blick auf Ladenlokale unnötig behindern sollen.

Bernhard Schuch und Inge Schröder, Sprecher der GGN, zeigen sich mittlerweile recht angetan von der neuen Situation. Ihre anfängliche Skepsis ist einer zurückhaltenden Zustimmung gewichen. „Veränderungen können positive Kräfte wecken”, meinte Inge Schröder. Denn schon lange arbeite die GGN an einem Konzept, dass die Besucher der Nideggener Märkte eher von Qualität als von Quantität redeten. In den vergangenen Jahren seien die Märkte „leider in ihrer Qualität abgeflacht”.

Ein großes Problem sieht der Vorsitzende der GGN, Bernhard Schuch, in der Schräge des Nideggener Marktplatzes. Im Wege stehen auch einige Steinpolder. Doch die Stimmung in der Geschäftsgemeinschaft ist zukunftsgerichtet. „Für unsere Stadt, für die Menschen und für die Geschäftsleute wollen wir in Nideggen auch in Zukunft attraktive Märkte schaffen”, betonte Bernhard Schuch. Ein Satz, dem viele Menschen in Nideggen sicher zustimmen werden.