Kreis Düren: Auch der Kreis Düren macht die Kitas kostenlos

Kreis Düren : Auch der Kreis Düren macht die Kitas kostenlos

Nach der Entscheidung des Dürener Stadtrats, ab dem 1. August auf Kindergartenbeiträge komplett zu verzichten, wird auch der für die übrigen 14 Kommunen zwischen Titz und Heimbach zuständige Kreis Düren nachziehen. Das kündigt Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) auf Nachfrage unserer Zeitung an.

„Ich werde mich dafür einsetzen, dass wir ab dem 1. August gleiche Bedingungen haben“, betont Spelthahn. Eine Entscheidung des Kreistages über die künftige Gebührenfreiheit steht allerdings noch aus. Bislang übernimmt der Kreis Düren die Kita-Gebühren für 24 Monate, während das Land NRW das letzte Jahr vor der Einschulung finanziert. Eltern, die ihre Kinder länger als drei Jahre betreuen lassen, werden im Kreis noch zur Kasse gebeten.

Das soll nun ab dem neuen Kindergartenjahr wegfallen. Derzeit wird im Kreishaus mit spitzer Feder an den zusätzlichen Kosten gerechnet, die Spelthahn nach ersten Berechnungen für 2018 auf rund 650.000 Euro schätzt, ab 2019 auf jährlich zwei Millionen Euro. Geld, das von den mit wenigen Ausnahmen finanziell nicht auf Rosen gebetteten Kommunen über die Jugendamtsumlage aufgebracht werden müsste. Ausnahme: die Stadt Düren.

Dabei gehe es aus Sicht des Landrats nicht darum, jetzt im Wettbewerb mit der Stadt Düren zwingend nachlegen zu müssen, um einen Nachteil auszumerzen. „Es geht um Gleichbehandlung“, erklärt Spelthahn. „Wir hatten bereits vor Jahren den Mut, beitragsfreie Kindergartenjahre einzuführen. Jetzt freue ich mich, dass auch die Stadt Düren junge Familien entlastet.“

Das sei ein „tolles Signal“. Wenn Eltern in Zukunft keine Kita-Beiträge mehr zahlen müssen, sei das ein zusätzlicher Anreiz im Wettbewerb mit Nachbarregionen, in die Stadt und den Kreis Düren zu ziehen. Spelthahn will langfristig die Einwohnerzahl des Kreises Düren um 15 Prozent auf 300.000 steigern.

Wenn der Kreistag Spelthahn folgt, wäre der Kreis Düren die einzige Region in NRW, in der ab 1. August keine Kita-Beiträge mehr gezahlt werden müssten. Sollte im Bund eine große Koalition zustande kommen, könnte dieses Alleinstellungsmerkmal aber schon bald der Vergangenheit angehören. CDU, CSU und SPD haben im Koalitionsvertrag vereinbart, nicht nur die Qualität der Kinderbetreuung zu steigern, sondern auch die Eltern bei den Kita-Gebühren zu entlasten. Auch eine Gebührenfreiheit ist im Gespräch.

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